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Energiewende: Windgas als vielversprechender Antriebsstoff und Energiespeicher für Autos

Langsam kommt auch in Deutschland im Hinblick auf die Nutzung von Elektroautos mehr Bewegung ins Spiel. Dank entsprechender Förderungen und Vorteile, wie die kostenlose Nutzung öffentlicher Parkplätze und Steuervergünstigungen, nehmen E-Flitzer an Attraktivität zu. Im Oktober 2015 haben die Deutschen so viele Elektroautos gekauft wie nie zuvor. Bis 2020 möchte die Regierung eine Million E-Autos auf den deutschen Straßen fahren sehen. Die Entwicklungen verlaufen jedoch weiterhin ziemlich schleppend. Zudem sind nach wie vor Hürden wie die Reichweite und eine einheitliche Norm für Elektrotankstellen im Raum.

Tesla Motors - Elektroautos

Tesla Motors – Elektroautos

Windgas ist das neue Benzin

Eine neue Antriebstechnologie könnte den umweltfreundlichen Autos von morgen jedoch zu einem finalen Durchbruch verhelfen. Die Rede ist von Windgas, das als umweltfreundlicher Treibstoff eingesetzt werden soll. Nach wie vor werden 99 Prozent der Autos und LKWs mit Erdöl angetrieben und das obwohl dem endlosen Rohstoff schon seit Jahrzehnte das Aus prognostiziert wurde. Alternativ zu Elektroautos, die mit grünem Strom bewegt werden, könnten sich durchaus auch Gas- oder Brennstoffzellenfahrzeuge in Zukunft durchsetzen. Die Idee hinter dem Konzept ist, dass überschüssiger Strom von Windkraftanlagen und Solarparks dazu genutzt wird organische Verbindungen wie Methan, Methanol oder Wasserstoff zu gewinnen. Alle drei Stoffe können dazu dienen Autos und Co mit Verbrennungsmotoren direkt anzutreiben. In Kombination mit einer Brennstoffzelle kann die enthaltene Energie jedoch auch in elektrischen Strom umgewandelt werden und Elektroautos nach dem bekannten Prinzip mobilisieren.

Honda FCEV: Brennstoffzellen-Zukunft für die Straße (Foto: Honda)

Honda FCEV: Brennstoffzellen-Zukunft für die Straße (Foto: Honda)

Als Schlüsseltechnologie dürfte sich in Zukunft vermehrt das „Power-to-Gas“-Verfahren durchsetzen. Hauptaufgabe wird es nämlich zunehmend sein überschüssigen Strom aus Solar-, Wind- und Wasserkraft sinnvoll zwischenspeichern und verbrauchen zu können. Das ist wichtig um größere Schwankungen auszumerzen. In Zukunft soll nicht benötigter Strom unter anderem auch chemisch gespeichert werden um mit der Hilfe der Elektrolyse aus Wasser Wasserstoff herstellen zu können. Nimmt man in einem weiteren Schritt dann den Wasserstoff und synthetisiert diesen mit Kohlendioxid entsteht Methan. So können CO2-Abgase von Anlagen herausgefiltert und für die Herstellung von Methan genutzt werden. Eine runde und klimaneutrale Sache. Hierbei kann also Strom effizient aus erneuerbaren Energie zwischengespeichert werden und in Zukunft den Verkehr beflügeln. Im Gasnetz schließlich ergeben sich noch gewaltige Speicherkapazitäten. Diesen fehlt es bereits jetzt schon im Bereich des konventionellen Stromnetzes. Die Speicherfähigkeit von Batterien und Speicherseen ist nach wie vor stark begrenzt.

 

Toyota Mirai

Toyota Mirai

Die Zukunft klimaneutraler Wasserstoff- und Gasautos

Der Power-to-Gas-Technologie werden also gute Zukunftsaussichten vorhergesagt. So könnten zuletzt auch Autos und LKWs von überschüssigen Ökostrom profitieren und günstig tanken. Der Vorteil des Windgas-Antriebs liegt auf der Hand. So gibt es keinerlei Reichweiten-Einschränkungen im Vergleich mit aktuellen Benzin- und Dieselfahrzeugen. Problematisch ist nach wie vor jedoch die mangelnde Infrastruktur im Hinblick auf Wasserstofftankstellen. In den nächsten acht Jahren sollen in Deutschland jedoch 400 neue Wasserstoff-Tankstellen errichtet werden.

Im Hinblick auf die Entwicklung von Gasfahrzeugen ist man schon einen wesentlichen Schritt weiter. Schließlich ist die Technologie auch etwas einfacher gestrickt. So wird im Kern ein Gastank dem Verbrennungsmotor vorgeschaltet. Das getankte Methangas verbrennt deutlich klimafreundlicher als Diesel und Benzin. Klimaneutralität wird erreicht, wenn der Treibstoff aus erneuerbaren Energien gewonnen wird. Den Wasserstoffautos soll eine ähnliche positive Entwicklung bevorstehen. Die Autobauer sind bemüht. So wird Toyota mit dem Mirai ab Herbst auch in Deutschland das erste vom Band kommende Brennstoffzellenauto verkaufen, das mit Wasserstoff angetrieben wird. Zusammen mit Nissan und Ford arbeitet auch Daimler an einem neuen Wasserstoff-Auto, das 2017 veröffentlicht werden soll.

Technologien wie das Power to Gas Verfahren sollen die Energiewende in Zukunft deutlich günstiger gestalten. Wir sind sehr gespannt.

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