Die Solar Impulse 2 war ein neu konstruiertes Flugzeug, das ausschließlich mit der Kraft der Sonne um die Erde flog. Als Pilot an Bord fungierte Bertrand Piccard. Der Franzose unterstützt nun ein ähnliches Projekt auf dem Wasser. So wurde ein altes Rennboot so umgebaut, dass es ohne den Einsatz eines Verbrennungsmotors über die Weltmeere fahren kann. Bei der Taufe auf den Namen Energy Observer war auch Solarluftfahrtpionier Piccard vor Ort. Bei dem umgebauten Schiff ist ein Großteil der Oberfläche mit Solarmodulen bestückt. Die gewonnene Energie wird in Lithium Ionen Akkus gespeichert und für den Betrieb eines Elektromotors genutzt. Anders als bei der Solar Impulse 2 kommen aber auch noch andere Formen der Energiegewinnung hinzu.


© Energy Observer

Elektromotor und Brennstoffzelle sorgen für den Antrieb

So wurden zwei Windräder auf dem Schiff installiert und sorgen ebenfalls für nachhaltig produzierte Elektrizität. Die Besonderheit besteht aber darin, dass noch eine zweite Antriebsform genutzt wird. Neben dem Elektromotor sorgt nämlich auch eine Brennstoffzelle für die Weiterfahrt des Schiffs. Der dafür benötigte Wasserstoff wird direkt vor Ort aus dem Meerwasser gewonnen. Die Energy Observer ist also energieautark und muss theoretisch nie einen Hafen anlaufen – wenn da nicht die Menschen an Bord wären. Auf der am vergangenen Wochenende gestarteten Weltumrundung sind daher Hafenaufenthalte in insgesamt sechzig Ländern vorgesehen. Die Energy Observer wird dann in sechs Jahren nach Frankreich zurückkehren – im Idealfall ohne Klimaemissionen verursacht zu haben.

Es handelt sich um ein französisches Vorzeigeprojekt

Gestartet wurde das Projekt durch den französischen Sportler Victorien Erussard gemeinsam mit dem Filmemacher Jérôme Delafosse. Auch die französische Politik unterstützt das Vorhaben. So nahm Umweltminister Nicolas Hulot die Taufe des umgerüsteten Schiffs vor. Die Pariser Bürgermeisterin Anne Hidalgo war sogar zu Beginn der ersten Fahrt mit an Bord. Allerdings handelt es sich zunächst natürlich nur um ein Demonstrationsprojekt, bei dem das Potential einer lokalen und nachhaltigen Energieversorgung unter Beweis gestellt werden soll. Bis die genutzten Technologien auch kommerziell genutzt werden können, dürfte noch etwas Zeit vergehen. Die Schifffahrtsbranche ist aber bereits in kleinen Schritten in Richtung Klimaschutz unterwegs. So darf etwa ab dem Jahr 2020 kein Schweröl mehr genutzt werden.


Via: Inhabitat

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1 Kommentar

  1. Nic

    19. Juli 2017 at 10:00

    Bertrand Piccard ist Schweizer, kein Franzose. Sonst super Artikel:)

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