Jahrhundertelang wurden die Weltmeere ausschließlich von Segelschiffen befahren. Erst im 19. Jahrhundert setzten sich Dampf- und Motorschiffe endgültig als bevorzugtes Transportmittel auf dem Wasser durch. Für die Frachtunternehmen war dies eine gute Entwicklung: Die Frachtfahrten benötigen seitdem nicht nur weniger Zeit, sondern lassen sich auch besser prognostizieren. Das Klima allerdings hatte unter dieser Veränderung zu leiden. Denn während Segelschiffe komplett emissionsfrei fahren, stellen die heutigen Ozeanfrachter eine enorme Belastung für Klima und Umwelt dar. Die japanische Firma „Eco Marine Power (EMP)“ will daher nun erneut die Kraft des Windes nutzen, um Fracht über den Ozean zu transportieren. Statt eines klassischen Segelschiffs sollen aber neu entwickelte EnergySails zum Einsatz kommen.


Bild: Eco Marine Power

Die Motoren und Generatoren müssen weniger Leistung erbringen

Diese werden zudem nicht für den gesamten Antrieb verantwortlich sein, sondern lediglich unterstützend wirken. Es handelt sich um an einem Mast fixierte Segel, die entweder aus Stahl oder aus Karbonfasern bestehen. Diese werden auf dem Deck eines Frachters installiert und können im Idealfall den Wind so einfangen, dass die Motoren weniger Leistung generieren müssen. Außerdem sind in der Oberfläche auch Solarmodule integriert, die sowohl während der Fahrt als auch bei Pausen im Hafen sauberen Strom produzieren. Auf diese Weise müssen die Generatoren an Bord seltener angeworfen werden, was ebenfalls für eine bessere Klimabilanz sorgt. Die japanischen Ingenieure gehen davon aus, dass durch die Segel der Kraftstoffverbrauch eines Schiffs um rund zwanzig Prozent gesenkt werden kann.

Eine einjährige Testfahrt soll wichtige Daten liefern

Bisher handelt es sich aber lediglich um ein Konzept, das noch nicht in der Praxis erprobt wurde. Im nächsten Jahr soll nun aber in Zusammenarbeit mit der Firma Hisafuku Kisen K.K eine erste längere Testfahrt durchgeführt werden. So wird ein Schiff für 12 bis 18 Monate über die Ozeane fahren und wichtige Daten sammeln. Anschließend soll exakt bestimmt werden, wie viel Treibstoff durch die Segel eingespart werden kann und wie viel Solarenergie auf welcher Route gewonnen wird. Konkrete Zahlen sind vor allem für die Vermarktung der modernen Segel von Bedeutung. Denn Reeder werden nur investieren, wenn nachgewiesen ist, dass die Betriebskosten anschließend tatsächlich sinken.


Via: New Atlas

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