Virtual-Reality-Brillen finden weltweit immer neue Anwendungen. So wurden in den Vereinigten Staaten mit Hilfe der Technologie bereits Basketballspiele übertragen, während in Amsterdam das erste Virtual-Reality-Kino seine Tore öffnete. In Tokio wiederum soll schon bald eine Action-Halle für Virtual-Reality-Games entstehen. Ein deutsches Forschungsprojekt möchte die Technologie nun allerdings nutzen, um die Ausbildung von Notfallsanitätern zu revolutionieren. Diese hat bisher das Problem, dass viele Notfälle nur vergleichsweise selten auftreten und daher in der Ausbildung oftmals nicht in der Realität vorkommen. Ein Beispiel sind allergische Schocks bei kleinen Kindern, die nur bei 0,5 Prozent der Ausbildungsfahrten tatsächlich vorkommen. Zukünftig sollen die Nachwuchssanitäter solche Situationen daher in der virtuellen Realität üben können.


Via: Epicsave
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Die Notfallsanitäter können auch die Perspektive des Opfers einnehmen

Entstanden ist die Idee für das Projekt am Institut für Visual Computing (IVC) der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg. Ziel der neu entwickelten Software ist es dabei, den Auszubildenden per VR-Brille in eine reale Situation zu versetzen. So können die trainierenden Sanitäter in eine Szene eintauchen und dort den handelnden Sanitätern Anweisungen geben – und sehen am Ende, ob die ergriffenen Maßnahmen erfolgreich waren. Teilweise übernehmen die angehenden Notfallsanitäter aber auch die Perspektive des Opfers, was einen ungewohnten, aber lehrreichen Blickwinkel auf eine solche Notsituation geben soll. Langfristig soll die virtuelle Realität dann so weiter entwickelt werden, dass die Brillenträger auch selbst in der Situation aktiv werden können.

Die Blickrichtung der angehenden Sanitäter kann analysiert werden

Das Training mit der VR-Brille bringt dabei noch einen weiteren Vorteil mit sich: Die Kopfbewegungen und die Blickrichtung können detailliert analysiert werden. Auf diese Weise ist es einfacher herauszufinden, was der angehende Sanitäter wahrgenommen und was er übersehen hat. Andersherum können die auf diese Weise gewonnen Daten dann auch wieder genutzt werden, um die theoretische Ausbildung zu verbessern – und bereits dort auf mögliche Ablenkungen einzugehen. Das Bundesforschungsministerium jedenfalls hält offensichtlich viel von der Idee und hat insgesamt 1,7 Millionen Euro an Forschungsgeldern zugesagt.


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