Ende Mai haben wir bereits über Kaffeesatz als ökologisches Baumaterial für Straßen berichtet. Knapp 7 Millionen Tonnen Kaffeesatz fallen weltweit pro Jahr an, eine Menge Material, das noch sinnvoll verwendet werden kann. Ähnlich ist es mit dem Schweinedung, der als Abfallprodukt der Mast- und Landwirtschaft auch zu einem richtigen Umweltproblem führt. In einigen Teilen der Welt gelangen Gülle und Dung sogar in das Trinkwasser. Forscher der North Carolina A&T State University arbeiten zusammen mit der National Science Foundation daher daran, Schweinedung als Bindemittel für die Herstellung von Straßenasphalt zu verwenden, um der Umwelt gleich doppelt Gutes zu tun.  Schließlich soll der Schweinedung auch die endliche Erdöl-Erdressource ersetzen.


Wissenschaftler nutzen Schweinedung statt Erdöl für Asphalt
Wissenschaftler nutzen Schweinedung statt Erdöl für Asphalt

Schweinedung-Bitumen bindet genauso gut wie Erdölerzeugnisse

Der im Straßenbau verwendete Asphalt besteht im Kern aus kleinen Gesteinskörnungen, die mit „Erdpech“ (Bitumen) als Bindemittel vermengt werden. In erster Linie besteht Bitumen aus Erdöl. Eine Ressource, die langsam zur Neige geht und deren Förderung zudem teilweise der Umwelt stark zusetzt. In Zukunft kann das Bindemittel für die Asphaltherstellung jedoch aus Schweinedung und genauer gesagt aus den darin befindlichen Ölen gewonnen werden. Den beteiligten Wissenschaftlern nach funktioniert das Ganze schon recht gut. Das Bitumen-artige Bindemittel aus Schweindung halte die Gesteinskörner genauso gut zusammen, wie die nicht erneuerbaren herkömmlichen Bindemittel. Erste Belastungstests fielen bereits positiv und somit vielversprechend aus. Es bleibt abzuwarten, wie weitere Tests verlaufen. Schon länger suchen Wissenschaftler nach Verwendungsmöglichkeiten für Schweinedung. Allein in den USA sollen pro Jahr mehrere Milliarden Gallonen Schweinedung anfallen. Mit dem neuen Verfahren würde man daher nicht nur eine weitere sinnvolle Verwendung finden, sondern zudem auch die, mit der Erdöl-Förderung einhergehenden, ökologischen Probleme bekämpfen.


Auch die Biogasanlagen, die Gülle in Methan umwandeln, das schließlich wieder zur Energiegewinnung genutzt wird, laufen auf Hochtouren. Die Reduzierung von Schweinedung ist letztlich ein Segen für alle. Man bedenke allein die Geruchsbelästigung, ausgehend von großen Massen von Gülle und Schweinemist.

Teile den Artikel oder unterstütze uns mit einer Spende.
PayPal SpendeAmazon Spendenshopping

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.