Inmitten der Krise, ist Indien Ende September ein wahrer PR-Coup gelungen. Die „Indian Space Research Organization“ beförderte erfolgreich eine Sonde in die Umlaufbahn des Mars. Der Clou dabei: Die Sonde kostete gerade einmal 72 Millionen Dollar. Sie war damit deutlich günstiger als der, momentan noch wegen seiner Beißattacke bei der WM gesperrte, Fußballer Luis Suarez. Dieser wechselte im Sommer für gut 90 Millionen Dollar zum FC Barcelona. Die indischen Weltraumforscher überzeugten also nicht nur durch technische Brillanz, sondern auch durch außergewöhnliche Kosteneffizienz. Ein Erfolg, der auch die US-Weltraumbehörde NASA zu beeindrucken scheint. Jedenfalls wurde nun eine Zusammenarbeit der beiden Organisationen vereinbart.


Dream Chaser NASA
Dream Chaser NASA

Ob das Thema auch während des Besuchs des indischen Ministerpräsidenten Narendra Modi diese Woche bei US-Präsident Barack Obama zur Sprache kam, ist nicht bekannt. Die NASA steht aber momentan gleich von mehreren Seiten unter Druck: Momentan sind die Bewohner der internationalen Raumstation ISS zum Transport ausschließlich auf russische Sojus-Kapseln angewiesen. Ein Zustand, den viele US-Amerikaner für inakzeptabel halten. Zudem verkündete Russland kürzlich, langfristig eine Basis auf dem Mond errichten zu wollen. Der NASA hingegen fehlt es, an einer öffentlichkeitswirksamen Vision. Zwar rückte die Behörde zuletzt vor allem die Erkundung des Mars medial in den Vordergrund. Dort allerdings wurde ihnen dann von der indischen Marsmission ein wenig die Schau gestohlen.

Expertengruppe soll Zusammenarbeit vorbereiten

Konkret wird die Zusammenarbeit der Weltraumexperten zunächst durch die Bildung einer gemeinsamen Expertengruppe vorbereitet. Diese soll einmal jährlich zusammenkommen und die verschiedenen Marsprojekte aufeinander abstimmen. So sollen Forschungsgebiete aufgeteilt, aber auch gemeinsame Forschungsprojekte und Mars-Missionen in Angriff genommen werden. Als zweites Projekt wurde der Aufbau eines gemeinsamen Satellitensystems, des „NASA-ISRO SyntheticAperture Radar“, zur Überwachung der Auswirkungen des Klimawandels auf die Erdoberfläche, beschlossen.
Sollten beide Seiten bereit sein, die Kooperation dauerhaft mit Leben zu füllen, könnte sich dies als kluger Schachzug erweisen. Von den indischen Wissenschaftlern, können die NASA-Mitarbeiter vor allem das Arbeiten mit knappen Budgets erlernen. Angesichts der US-Haushaltskrise dürfte sich die finanzielle Lage der US-Weltraumbehörde kurz- und mittelfristig nicht schlagartig verbessern. Die indischen Wissenschaftler hingegen würden von einem enormen Technologietransfer profitieren. Denn trotz aller Krisensymptome ist die NASA in Sachen Weltraumforschung noch immer weltweit führend. Neben der NASA und den Indern, ist es bisher nur der Europäischen Raumfahrtagentur und der russischen Raumfahrtbehörde gelungen, eine Sonde in der Umlaufbahn des Mars zu platzieren.


Quelle: DigitalJournal

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