Diäten kommen in vielen verschiedenen Formen vor. Eine davon ist die sogenannte ketogene Diät, bei der viel Fett und nur wenige Kohlenhydrate konsumiert werden. Diese Ernährungsform ist gut für Geist und Körper – das wurde nun gleich durch zwei Studien nachgewiesen. Aber für den Menschen empfehlenswert ist diese Diät deswegen noch lange nicht.


Ernährung als Streitthema

Über Ernährung lässt sich trefflich streiten. Manche achten gar nicht auf sie und essen, worauf sie Lust haben. Andere wiederum folgen strengen Ernährungsplänen. Low Carb, Steinzeitdiät oder Atkins: Die meisten spezifischen Ernährungsformen folgen einem strengen Plan. So auch die ketogene Diät. Bei ihr werden zwischen 80 und 90 Prozent des Kalorienbedarfs aus Fetten gedeckt. In den restlichen Prozenten muss noch das benötigte Protein untergebracht werden – genauso wie alle anderen benötigten Nährstoffe und Spurenelemente.


Welche Ernährungsform jetzt wirklich gesund ist und welche eher schädlich, darüber wird viel diskutiert. Mehrere Studien legen nahe, dass es für den Gewichtsverlust vor allem auf eins ankommt: Die Zahl der konsumierten Kalorien. Natürlich ernährt jemand, der seinen Kalorienbedarf weitestgehend durch Süßigkeiten deckt, sich ungesünder als jemand, der einen ausgewogenen Speiseplan bevorzugt. Aber effektiv abnehmen kann nur, wer insgesamt weniger Kalorien konsumiert als er verbraucht. Und dabei ist es definitiv gesünder, den Kalorienverbrauch zu erhöhen statt den Kalorienkonsum zu vermindern.

Fett ist gesünder als gedacht

Deutlich unklarer ist die Situation bei der Frage, wie sich einzelne Ernährungsformen auf die Gesundheit an sich auswirken. Zwei Studien legen nun nahe, dass eine fettreiche Ernährung nicht so ungesund ist, wie gedacht.

Die ketogene Diät setzt auf einen Zustand namens Ketose. Dabei stellt der Körper aufgrund eines Kohlehydratmangels den Stoffwechsel um und verbrennt zur Gewinnung von Energie Fett statt wie sonst Kohlenhydrate. Dabei produziert die Leber sogenannte Ketonkörper, die im Gehirn und anderen Organen sowie in den Muskeln wieder in den Energieträger Acetyl-CoA.

Was genau diese ketogene Diät im Körper auslöst, ist weitestgehend unbekannt. Zwei Studien untersuchten nun die Auswirkung der ketogenen Diät auf die geistige und körperliche Fitness von Mäusen. Bei beiden Studien erhielt je eine Gruppe Mäuse eine ketogene Ernährung, während eine Kontrollgruppe normal ernährt wurde. Ein Team der University of California in Davis untersuchte dabei die Kraft und Geschicklichkeit der Tiere in Laufrädern, beim Balancieren und dem Festhalten an einem Seil sowie Gesundheitsparameter wie Genaktivität, Blutwerte und Herzfunktion. Ein Team der University of California in San Francisco untersuchte dagegen das Gedächtnis und die geistige Fitness der Tiere. Beide Studien kamen zu dem Ergebnis, dass die ketogene Ernährung deutlich positive Effekte hervorruft.

Die Mäuse, die eine fettreiche Ernährung erhielten, schnitten nicht nur in kognitiven Tests besser ab, sie hatten auch deutlich mehr Kraft und Ausdauer als die Kontrollgruppe. Außerdem war die Lebenserwartung der Tiere im Schnitt etwa 13 Prozent höher.

Für Menschen zur normalen Ernährung nicht zu empfehlen

Allein die Tatsache, dass die ketogene Ernährung körperlich positive Effekte hat, bedeutet jedoch nicht, dass sie auch für Menschen zu empfehlen ist. Dabei gibt es zwei große Probleme:

Zum einen verzeiht die ketogene Ernährung keinerlei schwachen Momente. Der extreme Verzicht auf Kohlenhydrate ist im Alltag sehr schwierig, und wenn einmalig zu viele Kohlenhydrate konsumiert werden, kippt der Ketose-Zustand des Körpers – verbunden mit Hungeranfällen.

Zum anderen birgt die ketogene Ernährung die Gefahr, dass kein diätischer Effekt eintritt – im Gegenteil: Es passiert schnell, dass sie zu einer Gewichtszunahme führt. Das liegt daran, dass es extrem leicht ist, mit Fett zu viele Kalorien zu konsumieren. Außerdem muss darauf geachtet werden, dass kein Mangel an anderen lebensnotwendigen Nährstoffen und Vitaminen entsteht.

Hinzu kommt, dass die Effekte der ketogenen Diät noch nicht hinreichend untersucht sind.

Zu einer ketogenen Ernährung ist deshalb nur unter ärztlicher Aufsicht zu raten – sie eignet sich weniger als genereller Ernährungsplan für Menschen, die einfach mehr auf ihre Ernährung achten wollen. Allerdings ist sie bei bestimmten Krankheiten indiziert, darunter Glukosetransportstörungen, Pyruvatdehydrogenasemangel und auch Epilepsie.

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