Fossile Energieträger sind aus zwei Gründen problematisch. Einerseits haben sie Auswirkungen auf die globale Erderwärmung und sind ein wesentlicher Treiber des Klimawandels. Andererseits erhöhen sie die volkswirtschaftlichen Abhängigkeiten von fragwürdigen Lieferanten. Immer mehr Staaten fördern daher die Erzeugung regenerativer Energien – zuletzt entstammten 22 Prozent des weltweiten Energiebedarfs aus nicht-fossilen Quellen. Dieser Artikel gibt Tipps zur Nutzung von erneuerbaren Energien und weist auf aktuelle Entwicklungen auf diesem Gebiet hin.


Erneuerbare Energien
Erneuerbare Energien 10 Tipps und Trends für eine freundlichere Umwelt

1. Stromanbieter wechseln

Die meisten Stromtarife basieren auf einem Energiemix. Darin sind natürlich auch regenerative Energien enthalten, aber eben auch klassische Energieträger. Einige Spezialanbieter haben sich daher auf Angebote spezialisiert, die komplett auf klimaschädliche Stromerzeugung verzichten. Aber Vorsicht: Vor Vertragsabschluss sollte man sich über die Details der Stromerzeugung informieren. So ist in den Angeboten teilweise auch Kernenergie enthalten. Diese ist zwar tatsächlich weitgehend emissionsfrei, aber sicherlich nicht besonders umweltschonend. Besonderen Wert auf Umweltschutz legt Greenpeace, die unter dem Label „Greenpeace Energy“ Strom vermarkten, der ausschließlich aus Wasserkraft und Wind gewonnen wurde.

2. Selber Strom erzeugen

Wer sich nicht auf den kommerziellen Stromanbieter verlassen möchte, kann auch Strom selber erzeugen. Die bekannteste Alternative ist dabei die Installation von Solarmodulen auf dem Dach. Diese Energie wird dann allerdings in das öffentliche Stromnetz eingespeist und entsprechend vergütet. Abgesehen davon gibt es aber auch noch zahlreiche weitere Möglichkeiten der individuellen Stromerzeugung: Angefangen beim individuellen Kraftwerk im Keller bis hin zur Windkraftanlage für Jedermann.


3. In Erneuerbare Energien investieren

Nicht nur die großen Stromkonzerne investieren in den letzten Jahren massiv in den Bau neuer Anlagen zur Energiegewinnung. Auch Privatanleger können sich am Ausbau der dezentralen Energieversorgung beteiligen. Dabei ist allerdings Vorsicht geboten: Nicht alle Anbieter auf dem Markt sind seriös – wie nicht zuletzt die Pleite der Windenergie-Firma Prokon zeigte. Vor der Investition sollte man sich daher genauer mit den Firmen und ihren Angeboten auseinandersetzen.

4. Sonnenlicht nutzen

Die Energie der Sonne kann nicht nur in Photovoltaikanlagen genutzt werden, sondern ist auch sonst vielfältig einsetzbar. So entwickelte die schwedische Firma SolTech transparente Dachziegel, die die Wärme des Sonnenlichtes nutzen, um warmes Wasser zu erzeugen und den Wärmeverlust des Gebäudes zu verringern.

5. Akkus laden durch Sonnenenergie

Je besser und leistungsfähiger die Akkus heutzutage werden, desto größer ist auch ihr Energieverbrauch. Dieser kann allerdings oftmals durch Sonnenenergie gedeckt werden. So wurde per Crowdfunding ein Solarladegerät für Smartphones finanziert. Bereits erhältlich ist das Solarzelt von Bang BangTents, mit dessen Hilfe Camper und Backpacker die Akkus ihrer Elektrogeräte wiederaufladen können, sowie die tragbare Solarstation KaliPAK. Schon länger auf dem Markt sind auch Taschenrechner und Schreibtischlampen, die mit Solarenergie betrieben werden.

6. Eigene Bewegungsenergie nutzen

Wenn sich der menschliche Körper in Bewegung setzt, entsteht Energie. Diese Tatsache ist bereits seit langem bekannt. Neu sind aber die Versuche, diese Energie zu nutzen. So soll sich das Akkupack „Ampy“ durch Bewegungsenergie aufladen und dann in der Lage sein, Smartphones und andere mobilen Energieverbraucher mit Strom zu versorgen. Bisher existiert allerdings nur ein Prototyp. Ein ähnliches Konzept verfolgen die Erfinder des „Sole Power“-Sportschuhs. Dabei wird beim Laufen in den Schuhsohlen Energie erzeugt. Momentan allerdings ist diese Erfindung noch eher für Ausdauerläufer geeignet. Für eine Smartphone-Ladung müssen rund 15 Meilen zurückgelegt werden.

7. Energie-Tattoos

Es klingt wie die Idee eines verrückten Wissenschaftlers: Temporäre Tattoos auf der Haut sollen den menschlichen Schweiß in Energie umwandeln. Tatsächlich arbeiten Forscher der „University of California in San Diego“ an einer solchen Technik. Der grundsätzliche Prozess ist dabei bereits funktionsfähig – die Energiegewinnung ist aber noch zu gering, um ein marktreifes Produkt daraus zu basteln. Es könnte also noch einige Jahre dauern, bis man mit dem eigenen Körperschmuck auch noch Energie produzieren kann.

8. Urin zur Stromerzeugung einsetzen

Wissenschaftler der „Universität Bristol“ und der „University ofthe West of England“ haben ein Verfahren entwickelt, um mit Hilfe von Urin Handys aufzuladen. Bisher allerdings reicht der Energiegewinn lediglich für einen kurzen Anruf oder eine SMS . Eine ähnliche Idee hatten bereits 2012 vier afrikanische Mädchen, die einen Urin-Generator entwickelten und dafür mit dem „Erfinderpreis Afrika“ ausgezeichnet wurden.

9. Motorenwärme sinnvoll wiederverwenden

Beim Betrieb von Motoren entsteht in der Regel Wärme, die dann allerdings unkontrolliert entweicht. Das deutsche Technik-Unternehmen EN3 hat daher eine Maschine entwickelt, die diese Energie einfängt und in das System zurückführt. Auf diese Weise kann der Gesamtverbrauch an Energie und somit auch der CO2-Ausstoß massiv verringert werden.

EN3 Technologie

10. Energie sparen

Je weniger Energie insgesamt verbraucht wird, desto größer ist der Anteil, der von erneuerbaren Energien abgedeckt werden kann. Ein nützliches Tool sind dabei MeterPlug Boxen. Diese können zwischen Steckdose und Elektrogerät geschaltet werden. Per App lassen sich so dann Stromfresser identifizieren und regulieren. Aber auch andere Maßnahmen können ganz simpel zur Einsparung von Energie dienen: Beispielsweise der Einsatz von Energiesparlampen oder eine kürzere morgendliche Dusche.

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