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Erneuerbare Energien: Unternehmen wollen Straßen aus Solarzellen bauen

Was zuerst nach einer Utopie klingt, wird bereits im Kleinen erprobt. Ein US-Unternehmen möchte Straßen aus Solarzellen bauen und somit eine riesige neue Energiequelle erschließen. Die Asphalt-Alternative besteht aus stabilem Glas, das im Winter auch beheizt wird und somit vor rutschigem Schnee und Eis schützen soll. Zudem können die Solar Roadways auch mit LEDs ausgestattet werden und wichtige Verkehrswarnungen direkt auf der Fahrbahn einblenden.

Solarstraßen

Straßen aus Solarzellen /Bild: Solar Roadways

Straßen könnten in Zukunft eine Menge Strom liefern

Als die Psychologin Julie Brusaw vor neun Jahren den Dokumentarfilm „An Inconvenient Truth“ (Abrechnung mit der US-Klimapolitik) sah kam ihr der Gedanke, warum Straßen aus Asphalt gebaut werden und nicht einfach aus Solarzellen und somit aktiv auch Strom liefern. Als ihr Ehemann und Elektroingenieur Scott von dieser Idee erfuhr, musste er herzlich lachen. In der Folge verharrte die Vision jedoch in seinem Kopf und er machte sich ernsthafte Gedanken darüber. Wenn Straßen-Abschnitte, Bürgersteige, Parkplätze oder Einfahrten aus Solarzellen bestünden, wäre das ein riesen Gewinn für die Umwelt- und auch Strom-Industrie. Elektroautos könnten direkt durch die Straßen geladen werden, ein ziemlich spektakulärer Gedanke. Es ging nun daran herauszufinden, ob das technisch und physikalisch überhaupt möglich ist. Das Ehepaar ließ sich zunächst die „Solar Roadways“ patentieren und machte sich an das Werk.

Solar Roadway

Solarstraße Prototyp (Youtube-Screenshot)

Prototyp der Solar Road bereits in Betrieb genommen

Eine Anschubfinanzierung in Höhe von 90.000 Euro machte das amerikanische Verkehrsministerium locker. Beim ersten funktionierenden Prototypen wurden noch einmal 666.000 Euro nachgeschoben. Der erste elf Meter lange Solarway entstand vor der Garage der Brusaws. Die Teststrecke zeichnet sich durch sechseckige Elemente aus, die von einer stabilen Glasoberfläche bedeckt sind. Intergiert sind auch Heizelemente, die Schnee und Eis schmelzen lassen. Zudem hat Scott Brusaw auch LEDs verbaut um Warnungen und Co anzeigen lassen zu können. Der nächste Schritt war dann das moderne Crowodfunding. Eine Million US-Dollar wollten die beiden für ihre Solar-Straßen einsammeln, am Ende wurden es 2,2 Millionen US-Dollar und die Crowd war begeistert. Allein der Videoclip „Freaking Solar Roadways“ wurde über 20 Millionen Mal aufgerufen.

Solar Roads

Solarstraße mit LEDs weisen auf Gefahren hin (Bild: Youtube Screenshot)

Solarstraßen werden aus stabilen Panzerglas mit rauer Oberfläche gefertigt

Das verwendete Material, in dem die Solarzellen eingelassen sind ist vergleichbar mit Panzerglas. So sollen die Solar-Roads auch schwere Lastwagen tragen. Rutschige Fahrbahnen sollen ebenfalls der Vergangenheit angehören. Eis und Schnee schmilzt sofort und das Wasser trocknet im Optimalfall. Die Glasoberfläche der sechseckigen Panele ist zudem mit kleinen Erhebungen versehen, die für genügend Grip sorgen. Scheint die Sonne einmal nicht, wird kurzzeitig Strom aus dem Speicher gezogen um die Wärme-Funktion weiterhin gewährleisten zu können. Was die einzelnen Module final kosten, können die Entwickler erst sagen, wenn diese fertig sein. Das soll wohl nicht mehr lange dauern. Das Paar musste nach der anfänglichen Euphorie auch einige Kritik einstecken und wurde nicht von allen für voll genommen. Mit im Boot sind auch namenhafte Wissenschaftler, die jedoch aus entsprechenden Gründen nicht genannt werden. In fünf Jahren schon soll die Technologie so weit vorangeschritten sein, dass diese von der ganzen Welt genutzt wird. Eine durchaus spannende Angelegenheit.

Solar Road

Solar Road Hexagon-Panel

Solarstraßen auch in Deutschland keine Utopie mehr

Die Solar-Waben haben bereits Hand und Fuß und geistern nicht mehr in den Köpfen der Entwickler herum. Erste Prototypen sind fertiggestellt und erzeugen bereits Strom. Auch in Deutschland arbeiten Forscher und Unternehmen schon an ähnlichen Systemen. Harry Wirth, Leiter des Bereichs Photovoltaische Module am Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme, begrüßt die Erfindung und bezeichnet den Prototypen als Meilenstein. Physikalisch gibt es hier keine Bedenken. PV-Module werden immer günstiger, so dass sich eine Solar-Autobahn auch eines Tages durchaus finanzieren ließe. Die potentielle nutzbare Fläche ist natürlich gigantisch. Durch die Solarstraßen, Parkplätze, Einfahrten und Co könnte ein Großteil des Energiebedarfs abgedeckt werden. Allein in Deutschland umfasst das Straßennetz 650.000 Kilometer. Wenn nur 15 Prozent dieser Flächen genutzt würden, bräuchten wir keine Atomkraftwerke mehr. In Deutschland wird ebenfalls schon an Solarstraßen gearbeitet. Hier gehen die Forscher jedoch einen abgewandelten Weg. Zunächst soll der stromproduzierende Fahrbahnbelag flexibler Natur sein und sich ausrollen lassen, wie ein Teppich. Das Unternehmen Solmove nahm sich dieser Aufgabe an. Leider mangelt es hierzulande Mal wieder an spendablen Geldgebern. Bis heute hat das Unternehmen noch nicht die angestrebte eine Million Euro zusammenbekommen. Die Entwicklungen verzögern sich also.

Die Solar-Straßen sind ein sehr spannendes Gebiet, das sehr viel Potential hat. Hieran könnten auch weitere zukünftige Technologien anknüpfen.
Solar-Roads Video

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4 Kommentare

  1. Auch zu erwähnen wäre der Radweg in den Niederlanden. Dieser Produziert schon 1 Jahr(oder so) und ist sogar ergiebiger, als es vorher Prognostiziert wurde.

  2. Toll wäre auch wenn damit dann die Elektroautos per Induktion oder so betrieben würden und man die Straßen im Winter nicht beheizen müsste da enormer Energieverbrauch.

  3. Im Sommer aufladen, kann ich noch verstehen. Jedenfalls am Tag. In der Nacht extrem unwarscheinlich, die Kosten für Speicher sind einfach zu hoch. -Im Winter die Strassen beheitzen? Wo soll der Strom dafür herkommen? Wenn er benötigt werden würde, scheint keine Sonne.

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