Für Kubaner ist der Zugang zum Internet keine Selbstverständlichkeit. Die meisten Haushalte haben gar keinen privaten Anschluss und sind auf die 240 öffentlichen WLAN Hotspots angewiesen. In einem Pilotprojekt hat der staatliche Telekommunikationskonzern Etecsa nun immerhin 2.000 über das Land verteilte Wohnungen an das Netz angeschlossen. Zukünftig sollen die Bewohner allerdings umgerechnet 15 Dollar zahlen, um 30 Stunden Zugang zu erhalten – mit einer Geschwindigkeit von 128 Kilobytes pro Sekunde. Dies stellt allerdings schon eine deutliche Verbesserung dar. Denn noch vor wenigen Jahren konnten die Seiten der internationalen Medien in Kuba überhaupt nicht aufgerufen werden. Dafür war allerdings keine staatliche Zensur verantwortlich, sondern die Übertragungsgeschwindigkeit war schlicht zu langsam.


By Nigel Pacquette (Own work) [CC BY-SA 3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)], via Wikimedia Commons

Populäre Inhalte sollen auf den lokalen Servern gespeichert werden

Inzwischen ist die Insel allerdings über ein Unterwasserkabel mit Venezuela verbunden, was für eine leichte Verbesserung bei der Geschwindigkeit der Internetverbindungen gesorgt hat. Noch immer ist Kuba aber das Land mit der niedrigsten Internetverbreitung in der gesamten westlichen Hemisphäre. Ein Projekt von Google soll nun aber immerhin dafür sorgen, dass die vorhandenen Internetanschlüsse etwas schneller auf die Inhalte zugreifen können. Als erster westlicher Internetkonzern wird Google dazu auf der Karibikinsel selbst aktiv werden. Dort haben die Techniker des Unternehmens lokale Server installiert. Auf diesen sollen oft abgerufene Inhalte vor Ort gespeichert werden – und so deutlich schneller abrufbar sein.

Im Idealfall können alle Inhalte ein bisschen schneller abgerufen werden

Dies kann beispielsweise ein populäres Youtube-Video sein. Die Daten müssen dann nicht mehr jedes Mal über das Internetkabel aus Venezuela geladen werden, sondern können auf den Servern in Kuba gespeichert werden. Dies bringt gleich zwei Vorteile mit sich: Zum einen kann das Video selbst deutlich schneller abgerufen werden. Zum anderen sinkt die Datenmenge, die durch den Flaschenhals des Unterseekabels geschleust werden muss. Im Idealfall sorgt dies dafür, dass alle Inhalte ein wenig schneller geladen werden können. Für Kubaner, die bisher noch gar keinen Zugang zum Internet haben, bringt die Initiative von Google aber natürlich auch nichts. Hier bleibt abzuwarten, ob zukünftig weitere Kooperationen zwischen Etecsa und Google – oder anderen westlichen Unternehmen – auch in diesem Bereich Verbesserungen bringen können.


Via: Buzzfeed

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