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EU-Komission will Elektroladestationen bei Neubauten zur Pflicht machen

Das Netz an Ladestationen für Elektroautos ist noch immer nicht flächendeckend ausgebaut. Experten gehen dabei davon aus, dass dies einer der Gründe für den schleppenden Absatz von Elektroautos ist. Besonders problematisch ist das etwas lückenhafte Netz, weil der deutsche Bundesrat zuletzt forderte, bereits ab dem Jahr 2030 den Verkauf von Neuwagen mit Verbrennungsmotor zu verbieten. Spätestens dann müssen also für jedes neu verkaufte Auto auch ausreichend Ladestationen zur Verfügung stehen. Die EU-Kommission will das Problem nun mit einem radikalen Vorschlag lösen: Eine neue Richtlinie sieht vor, dass spätestens ab dem Jahr 2023 alle Neubauten und sämtliche Sanierungsobjekte eine Ladestation für Elektroautos integrieren müssen. Darüber berichtete das Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“.

Tesla Motors - Elektroautos

Die Kosten pro Ladestation liegen bei bis zu 75.000 Euro

Dies gilt grundsätzlich sowohl für den privaten Bauherrn, der sich ein Einfamilienhaus baut als auch für größere Projekte mit mehreren Wohneinheiten. In letzterem Fall müssen allerdings nicht sämtliche Parkplätze mit einer Ladefunktion ausgestattet werden, sondern lediglich zehn Prozent. In jedem Fall stellt die Richtlinie einen erheblichen Kostenfaktor beim Bau von neuen Wohnmöglichkeiten dar. Denn die EU-Kommission geht davon aus, dass die Einrichtung einer einzigen Ladestation mit bis zu 75.000 Euro zu Buche schlägt. Die Kosten dafür dürften bei Mietwohnungen mit ziemlicher Sicherheit durch höhere Mieten wieder hereingeholt werden. In vielen Metropolen wie München oder Hamburg klagen die Einwohner aber bereits heute über beständig steigende Wohnkosten – und haben teilweise gar kein Auto mehr.

Die nachhaltige Energieversorgung ist ein kritischer Punkt

Hinzu kommt: Die Umweltbilanz von Fahrten mit dem Elektroautos ist eher zwiespältig. Kommen dabei Erneuerbare Energien zum Einsatz werden zwar keinerlei Emissionen verursacht. In absehbarer Zeit dürfte der Ausbau der nachhaltigen Energieversorgung aber noch nicht soweit sein, um die Nachfrage der Elektromotoren komplett zu decken. Stattdessen dürften für eine Übergangsphase vor allem Kohlekraftwerke genutzt werden. Dies könnte teilweise bizarre Folgen haben. So gehen Experten beispielsweise davon aus, dass bis zum Jahr 2050 der Ausstoß an Schwefeldioxid durch die Umstellung auf Elektromotoren sogar steigen wird. Erst langfristig sind die Elektroautos dann tatsächlich eine saubere und umweltschonende Alternative zu den heute genutzten Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor.

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