Importe von Rohstoffen aus Krisenregionen sind höchst problematisch. Denn die Einnahmen werden von den Konfliktparteien oftmals genutzt, um die Kämpfe weiter anzuheizen. Dies ließ sich beispielsweise im Bürgerkrieg in der Demokratischen Republik Kongo in den 1990er Jahren beobachten. Dort war es der Export des für die Produktion von Handys essentiellen Materials Coltan, der nachweislich zumindest als Katalysator für den schwelenden Konflikt fungierte. So erhielt Fairphone-Erfinder Bas van Abel den Deutschen Umweltpreis, weil er bei der Produktion seiner Smartphones auf nachhaltig abgebaute Rohstoffe setzt. Die Europäische Union will zukünftig dafür sorgen, dass alle Unternehmen beim Import kritischer Mineralien genauer hinschauen müssen. Eine neue EU-Verordnung sieht vor, dass Firmen mit mehr als 500 Mitarbeitern verpflichtet werden, die Herkunft von importierten Mineralien zu prüfen und die Erkenntnisse der Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

Kleine Unternehmen sind von der Regelung nicht betroffen

Wenn Unternehmen also zukünftig beispielsweise Gold, Wolfram, Zinn oder Tantal einführen möchten, müssen sie nachweisen können, wo und wie diese Rohstoffe gewonnen und verarbeitet wurden. Allerdings wird den Konzernen zunächst noch eine Übergangsfrist bis zum Jahr 2021 gewährt, um die entsprechende Infrastruktur aufzubauen. Kleinere Unternehmen sind zudem von der Pflicht befreit. So benötigen Zahnärzte beispielsweise Zahngold und können dieses auch weiterhin ohne größere Dokumentations- und Recherchepflichten einkaufen. Insbesondere Unternehmen der High-Tech-Industrie dürften von der Neuregelung betroffen sein. Denn Smartphones und Laptops basieren ebenso auf kritischen Mineralien wie Teile der Auto- und Luftfahrtindustrie. Gemeinsam können die Unternehmen aus diesen Bereichen dafür sorgen, dass die Nachfrage nach Rohstoffen aus zweifelhaften Quellen abnimmt.

Endprodukte werden von der Verordnung nicht erfasst

Allerdings besitzt die EU-Verordnung einen großen Nachteil: Sie gilt nur für direkt importiere Mineralien. Ein im Ausland produzierter Laptop aber, in dem diese natürlich auch verbaut wurden, kann auch weiterhin einfach so eingeführt werden. Da ein Großteil der Elektronikproduktion beispielsweise in Asien stattfindet, greift die Regelung bei vielen Smartphones also zu kurz. Umweltschützer fordern daher, dass die EU-Verordnung zeitnah auch auf Endprodukte erweitert werden soll. Bisher sieht es aber nicht so aus, als würde diese Forderung noch in den Gesetzgebungsprozess aufgenommen.

Via: Futurezone

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