Prognosen zum Klimawandel beschränken sich nicht nur darauf, um wie viel Grad die globale Durchschnittstemperatur in den nächsten Jahren steigen wird, sondern auch auf ganz praktische Auswirkungen des sich verändernden Klimas. In Europa sollte der Klimawandel im Süden mehr Dürren und im Norden mehr Starkregen bringen. Eine aktuelle Studie zeigt, dass diese Prognosen durchaus so eingetreten sind. Außerdem konnten die Forscher erklären, wie unterschiedliche Dürredefinitionen zu Abweichungen bei Klimamodellen führen können.


Foto: Dry!, TheZionView View, Flickr, CC BY-SA 2.0

Datenanalyse offenbart das Ausmaß des Klimawandels

Wie auch im Rest der Welt hat das Wettergeschehen in Europa im Laufe der letzten Jahrzehnte extremere Züge angenommen. Der Juni 2017 sah in Südeuropa Temperaturen, die etwa sieben Grad über den langjährigen Mittelwerten lagen. Diese Entwicklung entspricht in etwa diversen Modellen zum Klimawandel. Während Südeuropa trockener werden soll, sagen die meisten Prognosen für Nordeuropa ein feuchteres Klima voraus. Uneinigkeit besteht bezüglich der Frage, wo genau in Europa die Grenze zwischen diesen beiden Klimazonen verläuft.

Ob die beobachteten Wettereffekte bereits Auswirkungen eines strukturellen Klimawandels sind, lässt sich aufgrund der verschiedenen existierenden Modelle nur schwer beurteilen. Wissenschaftler um James Stagge von der Utah State University in Logan haben versucht, eine Antwort auf diese Frage zu finden. Dazu analysierten sie meteorologische Daten von den 1950ern bis heute und versuchten, diese im Lichte der unterschiedlichen Klimamodelle einzuordnen.


Die Prognosen der Klimamodelle bestätigen sich

Stagge und Kollegen vermuteten, dass die abweichenden Vorhersagen mit unterschiedlichen Dürredefinitionen zusammenhängen könnten. So gibt es beispielsweise Definitionen, die sich nur am Niederschlag orientieren, während andere wiederum Verdunstungseffekte mit einbeziehen. In ihrer Studie bezogen die Forscher beide Definitionen mit ein. Das Ergebnis: Im Laufe der letzten Jahre sind Dürren im Süden Europas häufiger geworden, während sie im Norden abnahmen. Das tatsächliche Klimageschehen entspricht somit im Groben den Vorhersagen der Klimamodelle. Die Forscher konnten zeigen, dass die Dürren der letzten Jahre durchaus mit dem Klimawandel zusammenhängen. „Wir sehen jetzt, dass die Prognosen mit den tatsächlichen Beobachtungen übereinstimmen. Die Frage ist nicht mehr: Passiert es wirklich? Sondern: Wie extrem wird es und was können wir tun?“, so Stagge.

Die Studie zeigt außerdem, dass meteorologische Definitionen, die im Rahmen eines stabilen Klimas durchaus ihren Nutzen hatten, unter Umständen an die sich verändernden Umstände angepasst werden müssen. Diese Erkenntnis ist vor allem deshalb von Bedeutung, weil die beiden gängigen Dürreindices auch in der Politik und der Industrie zum Einsatz kommen.

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