Die Entscheidung für ein Elektroauto oder ein Hybridfahrzeug mag aus Umweltsicht ja lobenswert sein. Aber lassen sich damit auch die Strecken bewältigen, die regelmäßig bewältigt werden müssen? Eine App, entwickelt an der Ruhruniversität Bochum, liefert jetzt Entscheidungshilfe, jedenfalls denen, deren Mobiltelefon mit dem Betriebssystem Android läuft. Erhältlich ist die mehrsprachige App als Download unter elektromobilitaet.rub.de. Eine Version mit eingeschränktem Informationsangebot gibt es kostenlos, für die Vollversion müssen gerade mal 1,50 Euro bezahlt werden.


Neue App könnte die Entscheidung für den Kauf eines E-Autos leichter machen. © RUB, Marquard

Routen werden per GPS erfasst

Die App zeichnet mit Hilfe des GPS-Navis im Smartphone die Routen auf, die der Fahrzeugbesitzer mit seinem Auto mit Verbrennungsmotor nutzt. Die Entscheidungshilfe wird noch genauer, wenn er die Position von nutzbaren Ladestationen von Hand eingibt. Noch genauer wird es, wenn jeweils die Zahl der Passagiere und die Außentemperatur angegeben wird. Ist diese niedrig sinkt die Reichweite, weil die Elektroheizung Strom braucht.

Schaffen es die Batterien trotz eines Staus?

Aus den gesammelten Daten erstellt die App eine Liste von Elektro- und Hybridfahrzeugen, die den Mobilitätsanforderungen gewachsen sind, also eine ausreichende Reichweite haben – unter Berücksichtigung der an den Routen liegenden Ladestationen und der dort fürs Regenerieren der Batterien verbleibenden Zeit. Der Nutzer kann sich auch anzeigen lassen, wie viel der Strom für ein Elektroauto kostet und wieviel an Benzin er ausgeben müsste. Grafiken zeigen dem Nutzer anschaulich an, wie der Ladezustand der Batterien wäre. Er sieht zum Beispiel, ob sie genügend Strom gespeichert haben, um auch einen Stau zu verkraften.


Auch Range Extender sind im Rennen

„Die App soll Interessenten, aber auch Skeptikern helfen, auszuloten, ob ein Elektroauto oder ein Hybridfahrzeug für sie funktionieren würde“, sagt der Projektverantwortliche Philip Dost. Er hat sich entschieden, auch sogenannte Range Extender aufzunehmen, die eine sehr große Reichweite haben, jedoch auf Kosten der Umwelt. Diese Fahrzeuge schalten auf Benzinantrieb um, wenn die Bordbatterien leer sind und keine Chance besteht, sie in der zur Verfügung stehenden Zeit aufzuladen.

Das Programm greift auf eine Datenbank am Bochumer Institut für Energiesystemtechnik und Leistungsmechatronik zu. Diese aktualisieren die Forscher regelmäßig, fügen etwa neu auf den Markt kommende Fahrzeuge hinzu oder entfernen nicht mehr verfügbare Modelle.

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