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Experimentelle HIV-Impfung zeigt vielversprechende Ergebnisse

Der HI-Virus ist auch weiterhin eine ernstzunehmende Gefahr. Stand Ende 2013 lebten in Deutschland 80.000 Menschen, die mit dem Virus infiziert waren. Auch wenn es einige vielversprechende Ansätze gibt, existiert bis heute noch kein Heilmittel und keine Impfung. Ein neuer, experimenteller Impfstoff zeigte nun jedoch vielversprechende Ergebnisse in ersten Studien.

HIV

Foto: Know your HIV status, Jon Rawlinson, Flickr, CC BY-SA 2.0

Mit Grippeviren gegen HIV

Der neue Impfstoff basiert auf die Pathogene, die für die Grippe verantwortlich sind. Ein Team von Wissenschaftlern fügte Teile des HI-Virus in Grippe-Viren ein und immunisierte mit ihnen eine Gruppe Versuchspersonen. Diese vertrugen den Impfstoff nicht nur sehr gut, sondern zeigten auch eine Immunantwort, die zu einem gewissen Grad Schutz vor HIV bieten könnte. Die Ergebnisse sind ein wichtiger Schritt in Richtung eines funktionierenden Impfstoffes, auch wenn der entwickelte Impfstoff noch keinen effektiven Schutz bietet.

Die Wissenschaft versucht bereits seit längerem, dem HI-Virus Herr zu werden. Grundsätzlich lassen sich zwei Ansätze unterscheiden: Ein Heilmittel und eine Impfung. Ersteres kommt zum Einsatz, um infizierte Personen von dem Virus zu heilen, zweite soll vermeiden, dass es überhaupt zu einer Infektion kommt. Bisher konnten auf keiner der beiden Fronten echte Erfolge verzeichnet werden. Die Methode, einen harmloseren Virus als sogenannten “Vektor” zu verwenden, um den Körper auf sichere Art und Weise mit dem HI-Virus zu konfrontieren und eine Immunantwort zu provozieren ist eine der am häufigsten verwendeten Methoden auf der Suche nach einem funktionierenden Impfstoff. Ein Problem dabei ist, dass der Nutzen eines solchen Vektors stark limitiert ist, wenn der Körper bereits gegen das als Vektor verwendete Virus immun ist. Dies kann umgehen werden, wenn weniger verbreitete Viren als Vektor genutzt werden.

Das internationale Team von Wissenschaftlern des Brigham and Women’s Hospital und der Harvard Medical School entschied sich für zwei recht seltene Grippeviren und spleisten dort Gene eines Oberflächenmoleküls von HIV ein. Das gewählte Protein ist wichtig, um HIV den Zugang zu menschlichen Zellen zu gewähren und sitzt an der Oberfläche des Virus. Es kommt also in direkten Kontakt mit der Oberfläche des Virus, weshalb es als wesentlicher Angriffspunkt für einen Impfstoff betrachtet wird.

Vielversprechende Ergebnisse

Die Studie zeigte für alle Probanden, die den Impfstoff erhielten, eine signifikante Immunantwort gegen HIV, ohne dass es zu wesentlichen Nebenwirkungen kam. Die Ergebnisse sind also durchaus vielversprechend. Es zeigte sich außerdem, dass die Impfung, die in zwei Dosen durchgeführt wurde, gleich effektiv ist, egal ob zwischen den einzelnen Spritzen 3 oder 6 Monate lagen. Das ist deshalb wichtig, weil mit einem kürzeren Intervall zwischen den beiden Impfungen die Wahrscheinlichkeit steigt, dass die Impfung auch von großen Teilen der Bevölkerung durchgeführt wird.

So vielversprechend die Ergebnisse auch sind, bisher ist weder bekannt, ob die Immunantwort tatsächlich vor dem Virus schützt noch wie lange dieser Schutz anhält. Außerdem greift die Impfung nur einen bestimmten HIV-Strang auf. Dennoch wurde mit der Studie ein wichtiger Fortschritt im Kampf gegen HIV erzielt.

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