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Fast Food: Fett schädigt das Gehirn von Jugendlichen

„Junk Food ist möglicherweise hirnschädigend, wenn es über lange Zeit während des Heranwachsens verzehrt wird.“ Das ist die alarmierende Erkenntnis von Forschern der beiden Züricher Hochschulen (ETH und Universität). Fettreiches Essen störe massiv die Reifung eines Teils der Hirnrinde. Das führe zu Defiziten bei Gehirnfunktionen.

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Die Forscher schließen das aus Experimenten mit Mäusen. Eine Gruppe musste Nahrung zu sich nehmen, die besonders viele ungesättigte Fettsäuren enthielt, die andere futterte mäusegerechte Kost. „Solche Fette sind zum Beispiel besonders häufig in Fast Food, Wurstwaren, Butter, aber auch in Kokosöl enthalten“, so die Erkenntnisse der Wissenschaftler.

Hirnschäden schon nach vier Wochen

Die ersten Gehirn-Fehlfunktionen traten bei den Mäusen, die fettreiche Kost erhielten, bereits nach vier Wochen auf, noch bevor die kleinen Tiere an Gewicht zulegten. Befallen war der Präfrontale Cortex, der auch Stirnhirnrinde genannt wird. Dessen Reifung dauert länger als die anderer Hirnstrukturen. Deshalb sind meist Jugendliche bis zum jungen Erwachsenenalter gefährdet. Auch Stress, Infektionen und Traumata können den Prozess stören.

Das Wesen von Menschen verändert sich

„Der Präfrontale Cortex ist das, was den Menschen zum Menschen macht: Er ist der Sitz von Gedächtnis, Planung, Impulskontrolle und Sozialverhalten“, sagen die Züricher Forscher. Bekannt ist, dass sich das Wesen eines Menschen teils erheblich verändert, wenn dieser Teil des Gehirns durch einen Unfall oder einen Tumor geschädigt wird. Sie haben dann Mühe bei komplexen Lernprozessen, können Hemmungen verlieren, werden unkontrolliert aggressiv, kindisch oder triebhaft.

Dass an der Theorie, vor allem Jugendliche seien durch Fette gefährdet, etwas dran ist zeigte ein anderes Experiment mit ausgewachsenen Mäusen. Deren Gehirn blieb intakt. Sie wurden lediglich fett und fetter. Entwarnung bedeutet das jedoch nicht. „Das schließt allerdings nicht aus, dass fettreiche Nahrung auch die Gehirne von erwachsenen Mäusen schädigen kann“, sagt Urs Meyer, ehemaliger Gruppenleiter des Labors für Physiologie und Verhalten an der ETH Zürich und heute Professor an der Universität Zürich.

Ein bisschen Fast Food schadet nicht

Dass es bei Menschen ganz anders läuft als bei Mäusen schließt Meyer aus: „Ähnlich wie beim Menschen reift der Präfrontale Cortex bei der Maus vornehmlich in der Adoleszenz“. Also in der Wachstumsphase. Auch die Funktionen dieses Gehirnbereichs seien vergleichbar. Nun muss man nicht völlig auf Junk Food verzichten. „Wer einmal pro Woche fettreiches Fast Food isst wird kaum betroffen sein“, so Meyer.

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