Home » Technik » Ferngesteuerter Roboter kann in herrenlose Koffer schauen

Ferngesteuerter Roboter kann in herrenlose Koffer schauen

Unbeobachtet herumstehende Koffer rufen an Bahnhöfen und Flughäfen immer wieder die Sicherheitskräfte auf den Plan. Diese müssen dann aufwendig den betroffenen Bereich absperren und das fragliche Gepäckstück mühsam untersuchen. Dies bringt für viele Reisende erhebliche Unannehmlichkeiten mit sich und ist sehr zeitintensiv. Zumal es sich in den allermeisten Fällen glücklicherweise um harmloses Reisegepäck handelt. Zukünftig könnten die Bombenexperten allerdings durch modernste Technik unterstützt werden. In Zusammenarbeit mit der Industrie und der Polizei haben Forscher des Fraunhoferinstituts nämlich einen Roboter entwickelt, der die Koffer innerhalb weniger Sekunden durchleuchten und die entsprechenden Bilder an die Sicherheitskräfte senden kann. Diese können dann entweder Entwarnung geben oder weitere Maßnahmen ergreifen.

© Foto Landeskriminalamt Nordrhein-Westfalen

© Foto Landeskriminalamt Nordrhein-Westfalen

Bilder erleichtern auch die Entschärfung einer Bombe

Kernstück der neuen Technik ist dabei ein eigens entwickelter Millimeterwellenscanner, der auch als Radarsensor bezeichnet wird. Dieser scannt das Gepäckstück ab und kann daraus dann Bilder des Inhalts erzeugen. Gemeinsam mit einer hochauflösenden Kamera und einer 3D-Umgebungserfassung wird der Sender dabei auf einer Roboterplattform verbaut. Im Ernstfall lässt diese sich dann aus sicherer Entfernung steuern, liefert Bilder vom Tatort und kann Auskunft über den Inhalt des Gepäcks geben. Auch beim Entschärfen der Bombe ist die Technik hilfreich. Denn mit Hilfe der Bilder können die Experten den Bau der Bombe genau nachvollziehen. Dies erleichtert eine gezielte Entschärfung.

2019 soll mit der Vermarktung begonnen werden

Bisher müssen solche Bomben oftmals gezielt gesprengt werden, um eine Gefährdung der Spezialisten zu vermeiden. Dies erschwert anschließend allerdings die Ermittlungen, von wem die Bombe stammt. Die grundlegenden Forschungsarbeiten hinter dem Projekt sind dabei inzwischen abgeschlossen. Im April soll ein erster Prototyp des Milimeterwellenscanners fertiggestellt werden, um dessen Fähigkeiten auch in der Praxis unter Beweis zu stellen. In den Folgejahren finden dann zahlreiche Tests statt, bevor ab 2019 mit der Vermarktung des smarten Bombenroboters begonnen werden soll. Eine erfolgreiche Markteinführung dürfte auch die Bundesregierung freuen: Das Bundesministerium für Forschung und Bildung förderte das Projekt mit zwei Millionen Euro.

Teile den Artikel oder unterstütze uns mit einer Spende.


PayPal SpendeAmazon Spendenshopping

Jetzt einen Kommentar zum Thema schreiben

Ihre E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht! Pflichtfelder sind markiert *

*

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>