Fiber in the Air: Laser sorgt in Wien zukünftig für Internetanschlüsse mit 1.000 Mbit/s

Der Breitbandausbau in Deutschland verläuft aktuell eher schleppend. Selbst die Bundeskanzlerin brachte zuletzt ihren Unmut darüber zum Ausdruck, dass es bei diesem Thema nur so langsam vorangeht. Ein Grund dafür ist, dass die verschiedenen Anbieter über den richtigen technischen Ansatz streiten. So besitzt die Deutsche Telekom ein großes Netz an Telefonkabeln – und will daher vor allem die Zahl der DSL-Anschlüsse weiter ausbauen. Die großen Kabelnetzbetreiber wiederum haben naturgemäß ein Interesse daran, ihr Glasfasernetz zu erweitern. Theoretisch lassen sich über den Kabelanschluss tatsächlich deutlich schnellere Übertragungsgeschwindigkeiten realisieren. Allerdings sind aufwändige Tiefbauarbeiten notwendig, um das Netz zu verlegen. Die Firma D-Light testet in Wien nun allerdings einen ganz anderen Ansatz.

Über den Dächern der österreichischen Hauptstadt soll zukünftig das Internetsignal verteilt werden. Foto: Bgabel at wikivoyage [CC BY-SA 3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)], via Wikimedia Commons

Die Technologie scheint nun bereit für den Endkunden zu sein

Dabei soll das Glasfasernetz nicht unterirdisch verlegt werden, sondern gewissermaßen über den Dächern der Stadt. Die Verteilung des entsprechenden Signals erfolgt zudem nicht über ein physisches Kabel, sondern per Laser. Diese Technik wird auch als optischer Richtfunk bezeichnet und ist grundsätzlich bereits seit längerem bekannt. Nun wurde sie aber erstmals so weiter entwickelt, dass auf dieser Grundlage tatsächlich Internetanschlüsse für Privatleute vermarktet werden können. Für den Kunden ändert sich dadurch erstmal nichts: Die Infrastruktur innerhalb des Hauses wird auch weiterhin genutzt. Der Router wird also einfach an den bestehenden Kabelanschluss angeschlossen. Die Übertragungsgeschwindigkeit soll bei bis zu 1.000 Mbit/s liegen.

Das Ziel sind 350.000 Kunden alleine in Wien

Erste Tests werden noch in diesem Jahr in zwei Wiener Bezirken beginnen. Ab dem nächsten Jahr sollen dann die ersten regulären Anschlüsse an das Lasernetz angeschlossen werden. Für den Anfang rechnet der Betreiber aber mit eher bescheidenen Kundenzahlen. So wird im ersten Jahr mit rund 3.000 Kunden kalkuliert. Innerhalb von zehn Jahren soll dieser Wert dann aber auf 350.000 Anschlüsse ausgebaut werden. Ganz klar ist allerdings nicht, wer die Technik nun zur Marktreife gebracht hat. Denn D-Light tritt lediglich als Vermarkter auf und bezieht die technischen Komponenten von einem Lieferanten. Um welche Firma es sich genau handelt, wollte das Unternehmen aber nicht bekannt geben. Die Manager versichern aber: Man habe die Technik selbst geprüft, sie funktioniere einwandfrei.

Via: Der Standard