Drohnen werden in Zukunft eine immer größere Rolle spielen. Eines der größten Einsatzgebiete ist ohne Frage der Einsatz im Lieferbereich. Neben Amazon experimentieren noch einige andere Unternehmen damit, Drohnen zu diesen Zwecken einzusetzen. Aber Drohnen können auch Leben retten. Das zeigt sich beispielsweise an Drohnen, die in Afrika Blutproben zu Laboren liefern. Aber auch in Industrieländern können Drohnen lebensrettende Aufgaben übernehmen – beispielsweise im Fall von Herzinfarkten oder anderen kardialen Events. Bei einem Herzstillstand außerhalb eines Krankenhauses sind die Überlebenschancen massiv davon abhängig, wie schnell und wie gut erste Hilfe geleistet wird. Das Startup Flirtey arbeitet an einem System, bei dem Drohnen Defibrillatoren direkt an den Ort eines Herzstillstands ausliefern, sodass auch Ersthelfer vor dem Eintreffen eines Krankenwagens bereits möglichst effektive Wiederbelebungsmaßnahmen durchführen können.


Foto: Flirtey

Defi-Drohnen retten Leben

Im Falle eines Herzstillstandes sinkt die Überlebenschance mit jeder Minute, die vergeht, ohne dass ausreichende Maßnahmen zur Hilfe durchgeführt werden. Eine zeitnah durchgeführte Herz-Lungen-Wiederbelebung erhöht die Überlebenschance, aber ohne Defibrillator ist es so gut wie unmöglich, das Herz wieder zum Schlagen zu bringen.

Flirtey ist nicht das erste Unternehmen, das den Ansatz verfolgt, die wichtigen Wiederbelebungshelfer mit einer Drohne auszuliefern. 2014 entwarf ein Student der Uni Delft den Prototyp einer Ambulanz-Drohne, und auch ein deutsches Unternehmen experimentierte bereits mit entsprechenden Drohnen. Laut einer schwedischen Studie reduzieren Defibrillator-Drohnen die Zeit, die benötigt wird, um einem Patienten mit Herzstillstand die beste Hilfe zukommen zu lassen, im Vergleich mit Krankenwagen auf etwa ein Viertel.


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Zuletzt aktualisiert am 19.11.2017

Flirtey-Drohnen lassen den Defi aus der Luft herab

Flirtey hat sich in der Vergangenheit bereits mit Unternehmen wie Domino’s, 7-Eleven und auch mit der NASA zusammengetan, um diverse Lieferszenarien für Drohnen zu erproben. Nun arbeitet das Unternehmen an einem Service, der Defibrillator-Drohnen zum Alltag im US-amerikanischen Notfallsystem machen soll. Dafür hat sich Flirtey mit der Regional Emergency Medical Services Authority (REMSA) zusammengetan.

Wenn der Service etabliert ist, sollen nach einem Notruf wegen eines Herzstillstands ein Krankenwagen und eine Drohne mit einem automatischen Defibrillator zeitgleich losgeschickt werden. Die Flirtey-Drohne navigiert direkt und autonom an den Einsatzort, sodass dort bereits vor dem Eintreffen der Ambulanz mit effektiven Wiederbelebungsmaßnahmen begonnen werden kann.

Die Besonderheit bei den Flirtey-Notfalldrohnen ist, dass diese nicht landen, sondern den Defibrillator aus der Luft herablassen. So kann die Drohne überhalb von Gefahren wie Bäumen und Hochspannungsleitungen bleiben und den Defibrillator dennoch an den Einsatzort bringen.

Foto: Flirtey

Noch stehen die Regularien dem Service im Weg

Flirtey möchte seine Drohnen zum festen Teil der Rettungskette machen. Zu diesem Zweck arbeitet das Unternehmen mit Hilfe der REMSA daran, die entsprechenden Genehmigungen zu bekommen. Bisher ist der Flug unbemannter Drohnen außerhalb der Sichtlinie eines Piloten in den USA nicht gestattet. Flirtey hofft, das System bis 2018 etablieren zu können.

„We’re working with REMSA on the necessary regulatory approvals, and combining Flirtey’s flight planning software into REMSA’s highly-specialized patient care and transport programs. In addition to its ground ambulance system, REMSA also operates Care Flight, an FAA-approved airplane and helicopter air ambulance service. Along with working together on FAA approvals, we’re also developing an important public education campaign focused on integrating emergency drone AED delivery into the communities we serve. We intend to launch in 2018“, so Flirteys CEO Matt Sweeney.

via Flirtey

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1 Kommentar

  1. Achmed Khammas

    18. Oktober 2017 at 19:30

    Die ausführliche Entwicklungsgeschichte dieser Drohnenart (und aller anderen relevanten Modelle) findet sich hier (Start ab 2015): http://www.buch-der-synergie.de/c_neu_html/c_11_15_elektroflugzeuge_19_2015_abwehr.htm

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