Eigentlich sollte der US-Bundesstaat Florida der globalen Erderwärmung besondere Aufmerksamkeit schenken. Immerhin ist Florida eine Halbinsel und daher größtenteils von Wasser umgeben. Zudem liegt beispielsweise die Millionenmetropole Miami lediglich zwei Meter über dem Meeresspiegel und ist daher anfällig für zunehmende Wetterkapriolen. Rick Scott, republikanischer Gouverneur von Florida, scheint allerdings das Thema auf etwas ungewöhnliche Weise aus der Welt schaffen zu wollen. Nach Angaben mehrerer ehemaliger Mitarbeiter, verbot er den Experten des „Department of Enviromental Protection“ schlicht Wörter und Phrasen wie „Klimawandel“, „globale Erwärmung“ und „Anstieg des Meeresspiegels“ zu benutzen.


UN ist sich sicher Klimawandel durch Menschen-Hand
UN ist sich sicher Klimawandel durch Menschen-Hand

Mündliche Anweisungen von höchster Stelle

Die Vorgaben sollen dabei zwar nicht schriftlich festgehalten worden sein. Die Mitarbeiter berichten aber, dass sie mündlich unmissverständlich angewiesen wurden, die unerwünschte Terminologie nicht zu verwenden. Dies sei innerhalb des Hauses auch ein offenes Geheimnis gewesen. Der zeitliche Ablauf lässt dabei vermuten, dass die Anweisung von politisch höchster Stelle kam. Denn die Liste der unerwünschten Begriffe wurde unmittelbar nach der Wahl des Gouverneurs 2011 kommuniziert.

Scott ist als Klimaskeptiker bekannt

Zudem ist Scott in der Vergangenheit schon mehrmals durch uneindeutige Einlassungen zum Klimawandel aufgefallen. So erklärte er 2011, dass er nicht davon überzeugt sei, dass der Klimawandel durch den Menschen verursacht werde. Während des Wahlkampfs vergangenen Mai schließlich wich er der Frage nach seinem Standpunkt zum Klimawandel mit der Anmerkung aus, er sei kein Wissenschaftler und könne daher kein eigenes Urteil fällen. Dies hielt ihn allerdings nicht davon ab, während eines Treffens mit Klimaexperten rund ein Drittel der angesetzten Zeit für die eigene Einführungsrede zu nutzen.
Das Büro des Gouverneurs wies die Anschuldigungen der Mitarbeiter zurück und betonte es habe keine Vorgaben bezüglich der Verwendung bestimmter Worte gegeben. Das „Florida Center for Investigative Reporting“, das erstmals von den Vorwürfen berichtete, blieb aber bei seiner Darstellung.


Quelle: The Verge

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