Ford Carr-E Hoverboard: Das Elektro-Minimobil der Zukunft im Test

Das Zeitalter der E-Mobilität hat bekanntlich schon begonnen. Immer mehr Ingenieure befassen sich damit einhergehend auch mit dem Thema Big Cities und Mobilitäts-Lösungen für die „letzte Meile“. Ford hat im Rahmen eines Ideenwettbewerbs spannende Konzepte entwerfen lassen. Jeder Mitarbeiter konnte Ideen einreichen und die drei besten Technologien wurden prämiert und durften final auch umgesetzt werden. Diesen Einreichungen entsprangen mit dem Tri Citi ein Hubwagen mit Elektromotor, sowie ein selbstfahrender und sich automatisch im Kofferraum verstauender Rollstuhl. Als drittes Gerät im Bunde haben wir auch das Carr-E Hoverboard gesehen und testen können.

Ford CarrE im Test (Bild: Michael Kammler/ trendsderzukunft.de)

Ford Tri Citi

Das Tri Citi ist ein Mix aus “Sackkarre” und Elektromobil. Möglich ist das dank der beweglichen Gelenke und auch dem höhenverstellbaren Sitz, beziehungsweise Hubzahn. Der Tri Citi kann wie ein gewöhnlicher Hubwagen Lasten wie etwa eine Waschmaschine transportieren. Die Funktionalität ist identisch mit der einer normalen Sackkarre. Darüber hinaus kann der Nutzer aber auch mit dem Tri Citi fahren und das bis zu 20 km/h schnell. Die Limitierung erfolgte aufgrund der Zulassungsfreiheit. Schnellere Fahrten sind auch möglich, dann allerdings mit Versicherungskennzeichen. Bisher ist auch der Tri Citi nur ein Prototyp, der jedoch schon in einer physischen Form existiert. Die Elektromotoren befinden sich in den beiden Hinterrädern. Gelenkt wird über die beiden Griffe, mit denen jeweils ein Elektromotor angesteuert werden kann.

Ford Carr-E

Ein weiteres spannendes Gerät ist der Carr-E. Angelehnt an dem Prinzip bereits im Handel erhältlicher Hoverboards und auch ein wenig an den eBall erinnernd, der zuletzt in der Höhle der Löwen vorgestellt wurde, dient der Carr-E unter anderem zur Beförderung von Personen. Das Gerät ist vom Design her bisher einzigartig und sieht ziemlich schick aus. Carr-E verfügt über LED-Scheinwerfer, Blinker und eine Alarmanlage. Zudem sind ein Dutzend Sensoren verbaut. Entwickelt wurde der Carr-E vom Ford-Mitarbeiter Kilian Vas. Die Aufgabe bestand darin, ein Transport-Gerät zu entwickeln, welches im Alltag unterstützen kann und eine elegante Lösung des „Letzte-Meile-Problem“ darstellt.

Mit einer Akkuladung soll der Carr-E je nach Benutzung zwischen 15 und 20 Kilometer weit kommen. Nach 30 Minuten ist der Akku wieder vollgeladen. Angetrieben wird das Gerät von zwei -jeweils 510 Watt starken- Elektromotoren. Die gesamte Technik ist in der fahrenden Untertasse implementiert. Im Vergleich zu bisher schon auf dem Markt befindlichen Hoverboards, ist der Aufstieg und das Fahren mit dem Carr-E sehr einfach. Aufsteigen und los gehts. Es muss zuvor weder ausbalanciert noch lange geübt werden. Mit der Gewichtsverlagerung zur Mitte hin, stopt der Carr-E. Zudem hält das Gerät auch sofort an, wenn man diese verlässt. In Zukunft könnte der Carr-E als Sonderaustattung in neuen Ford-Modellen dazu gebucht werden. Als Stauraum kommt die Reserveradmulde in Frage. Schließlich wurde das Gerät so designed, dass es die Maße eines Reserverad des Ford Fiesta hat. Im Kofferraum soll Carr-E dann auch stets geladen werden und vor dem Einsatz dann immer 100 Prozent Akku haben.

Der Prototyp wiegt 15 Kilogramm und verfügt über einen Tragegriff aus Leder. So kann das Gerät auch einmal flott über Kanten oder Hindernisse getragen werden. Auch im Bus ist der Carr-E einfach verstaubar und theoretisch würde das Gerät auch als Handgepäck im Flieger durchgehen. Was die Geländetauglichkeit anbelangt, ist der Carr-E aufgrund der recht geringen Bodenfreiheit natürlich etwas eingeschränkt. Allerdings sind die Räder auf Plattfedern gelagert, so dass auch holprigere Strecken noch einigermaßen komfortabel gefahren werden können.

Ford Carr-E im Video

Neben dem privaten Gebrauch wäre auch ein Einsatz in Flughäfen als alternatives Transportmittel denkbar. Carr-E könnte dann Personen zu den einzelnen Terminals fahren. Denkbar ist auch die Nutzung im Rahmen eines Verbunds (Platooning). Die Flughäfen könnten entsprechende Stationen einrichten, wo der Carr-E entliehen und auch wieder zurückgebracht werden kann. Das Einsatzspektrum ist vielfältiger Natur. Schließlich gibt es noch zwei weitere Modi.

Der Carr-E verfügt über drei Modi

1. Personentransport und Fahrbericht

Wie im Videoclip bereits aufgezeigt, verfügt der Carr-E bisher über drei Modi. Im Transport-Modus können Personen mit einem Gewicht von bis zu 120 Kilogramm transportiert werden. Dazu muss man sich einfach auf die vorgezeichnete graue Fläche stellen und die Kalibrierung abwarten. Der Carr-E stellt sich auf die Person ein und signalisiert dann mit grünem Licht die Abfahrtbereitschaft. Mit einer leichten Gewichtsverlagerung auf die Fußspitzen, fährt Carr-E nach vorn. Je nach Gewichtsverlagerung fährt das Hoverboard auch nach links, rechts, oder auch rückwärts. Zu Beginn ist die Steuerung gewöhnungsbedürftig. Man neigt zunächst dazu den Blick auf die Füße zu senken, um das Gerät besser kontrollieren zu können. Das sorgt jedoch für Gleichgewichtsprobleme, einfacher ist das Ganze dann, wenn man den Blick nach vorn richtet und vor allem dahin wo man hinfahren möchte. Nach etwa fünf Minuten im langsamen Eco-Modus hat man die nötige Sicherheit erlangt, um auch auf dem Gehweg fahren zu können. Die Steuerung und Benutzung ist sehr einfach und unterscheidet sich von herkömmlichen Geräten.

2. Tethered-Modus

Carr-E lässt sich auch via Bluetooth mit dem Smartphone verbinden. Mit der Hilfe einer passenden App, kann das Gerät auch im sogenannten Tethered-Modus betrieben werden. Dabei folgt Carr-E dem Benutzer. Bisher ist hierfür auch noch die Kommunikation über einen optischen Sensor nötig. Der Sensor hat die Größe einer Fernbedienung und wurde nur als Übergangslösung entwickelt. In Zukunft soll das Smartphone als Empfänger fungieren. Praktisch ist der Tethered-Modus dann, wenn man Lasten mit dem Carr-E transportieren möchte. Bis zu 120 Kilogramm kann das Gerät tragen und folgt dann auf Schritt und Tritt und stopt auch wenn der Benutzer stoppt. Wir kennen das Prozedere bereits von dem folgenden Kiderwagen. So kann Carr-E beispielsweise das Gepäck oder auch den Einkauf transportieren.

3. Drone-Modus

Der dritte Modus nennt sich Drone-Modus. Hier kann Carr-E auch mittels Smartphone wie eine Drohne gesteuert werden. Das ist ebenfalls praktisch, wenn Carr-E als Boote genutzt und Sachen transportieren soll. In diesem Modus kann das Gerät auch von einem Service-Anbieter zum Kunden navigiert werden, um diesen in der Folge dann weiter befördern zu können.

Fazit

Mit dem Carr-E, der ebenfalls auf einem internen Ford-Ideenwettbewerb entsprang, hat Kilian Vas ein durchaus interessantes Produkt entwickelt, das durchaus Zukunftspotential hat. Das Gerät ist einfach zu bedienen, lässt sich gut in Fahrzeuge integrieren und bietet ein recht umfangreiches Anwendungsspektrum, welches vom Spaßgerät bis hin zum nützlichen Alltagshelferlein reicht. Carr-E ist bisher nur als einziger Prototyp verfügbar. Sollten sich Interessenten aus der Wirtschaft finden und Kooperationen geschlossen werden, dann stünde auch einen Serienproduktion nicht viel im Weg. Dem Entwickler zufolge könnte Carr-E einmal zwischen 1000 und 1800 Euro kosten. Wir werden das Projekt weiter verfolgen und sind gespannt, wie die Entwicklungen des Carr-E voranschreiten.