Home » Gesundheit » Forscher finden gezielt die 5% Stammzellen mit multifunktionaler Wirkung

Forscher finden gezielt die 5% Stammzellen mit multifunktionaler Wirkung

Die Stammzellenentnahme aus Nabelschnurblut genoss beim ersten Aufkommen große Popularität, meinte man doch, diverse spätere Krankheiten mit diesen multifunktionalen Lebensbausteinen zu besiegen. Auf dem Hype folgte die Ernüchterung, als bekannt wurde, dass nur ein sehr geringer Teil dieser Zellen wirklich nutzbar ist. Jetzt kommen neue Erkenntnisse ins Spiel.

microscope-275984_1920

Die »Alleskönner« unter den Stammzellen finden

Unter den humanen embryonalen Stammzellen machen die Alleskönner eine Minderheit von nur 5% aus. Nur diese Zellen bringen die multifunktionalen Einsatzmöglichkeiten mit sich, die für die Medizin von wirklichem Interesse sind. Mit ihnen werden wir vielleicht in Zukunft beschädigtes menschliches Gewebe jeder Art ersetzen können, zum Beispiel zerstörte Beinmuskulatur. Allerdings gelang es bislang nicht, sie unter den 95% Zellen zu finden, die sich bereits auf eine Entwicklungsrichtung festgelegt haben. Forscher des Max-Delbrück-Centrums für Molekulare Medizin in der Helmholtz-Gemeinschaft (MDC) haben nun in Zusammenarbeit mit der University of Bath in England einen gangbaren Weg gefunden und ihre Erkenntnisse im Fachmagazin »Nature« veröffentlicht.

Naive Zellen werden zum Leuchten gebracht und dann isoliert

Die wertvollen, sogenannten »naiven« Stammzellen lassen sich an einer bestimmten Erbgutsequenz erkennen, die auf in die DNA integrierte humane endogene Retrovieren zurückzurühren ist. Diese Retroviren sind seit Millionen von Jahren nicht mehr als Viren aktiv, sie wurden irgendwann zu einem Teil unserer Erbinformation. Die Forscher fanden heraus, dass der aus Viren stammende DNA-Anteil nicht, wie allgemein angenommen, eine überflüssige Altlast darstellt, sondern tatsächlich eine Funktion aufweist: Er reguliert Gene des sogenannten HERVH-Systems, die in pluripotenten Stammzellen aktiv sind. Im Labor verbanden die Wissenschaftler die Schalter des HERVH-Systems mit fluoreszierenden Proteinen und brachten die naiven Stammzellen so zum Leuchten. Nun konnten sie die benötigten Zellen ganz leicht aussortieren.

dna-163466_1280

Retroviren haben sich in die menschliche DNA integriert.

Wie lassen sich diese Stammzellen kultivieren?

Das HERVH-System unterdrückt für eine gewisse Zeit die Weiterentwicklung und damit auch die Spezialisierung der embryonalen Zellen. Nun stehen die Forscher allerdings vor der nächsten Herausforderung: Wie lassen sich diese Stammzellen über Jahre hinweg in Kulturen halten und vermehren? Zsuzsanna Izsvák als Hauptautor der Studie gibt sich optimistisch: »Wir sind zuversichtlich, dass unsere Methode uns dabei helfen kann, die besten Bedingungen zu finden, unter denen naive menschliche Stammzellen über längere Zeit kultiviert werden können.« Andere Wissenschaftler haben bereits herausgefunden, dass Algen das Wachstum von Stammzellen beschleunigen: Vielleicht lassen sich diese Erkenntnisse miteinander verknüpfen?


Quelle: insights.mdc-berlin.de

Teile den Artikel oder unterstütze uns mit einer Spende.


PayPal SpendeAmazon Spendenshopping

Diese Stellenanzeigen könnten dich interessieren


Jetzt einen Kommentar zum Thema schreiben

Ihre E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht! Pflichtfelder sind markiert *

*

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>