Mit Fracking sind die USA wieder weitgehend Selbstversorger mit Erdöl und Erdgas. Bei dieser Technik wird tiefliegendes Gestein mit einer Mischung aus Wasser, Sand und Chemikalien unter hohem Druck aufgesprengt, sodass die fossilen Schätze den -Weg an die Erdoberfläche nehmen können. Auch in Deutschland ist dieses Verfahren erlaubt, wenn auch mit hohen Auflagen.


Im Fracking-Land USA zeigen sich manchmal die negativen Seiten des Verfahrens. Die Verschiebungen im Untergrund führen zu mittelschweren Erdbeben. Wie man heute -weiß gibt es Indizien dafür, dass ein solches Beben bevorsteht. Aus vorhandenen seismischen Daten, die mit einer neuartigen Technik ausgewertet werden, lassen sich im Vorfeld schwerer Beben oft tausende leichte Erschütterungen feststellen, die an der Oberfläche gar nicht zu spüren sind.

Bill Cunningham/USGS

Neuauswertung von Daten brachte überraschende Ergebnisse


Das Verfahren, auch kleinste Beben zu erkennen, haben die Studentin Clara Yoon und William Ellsworth, Professor für Geowissenschaften an der Stanford University in Kalifornien entwickelt. „Die schwachen Erdbeben haben die gleiche Funktion wie einst Kanarienvögel in Kohlegruben“, sagt Ellsworth. „Wenn sie auftreten können sie als warnende Indikatoren für bestimmte Konstellationen im Untergrund angesehen werden, die vielleicht zu schweren Erdbeben führen.“ Als es noch keine zuverlässigen Messgeräte für das geruchlose Giftgas Kohlenmonoxid gab, hielten Bergleute untertage Kanarienvögel in Käfigen. Fielen diese von der Sitzstange wurde der Bereich evakuiert.

Bild: Clara Yoon

Schuld muss das Fracking sein

Die beiden Forscher untersuchten ein Erdbeben im US-Bundesstaat Arkansas, das sich im Jahr 2010 ereignete. In den drei Monaten vor diesem Beben gab es 14.000 leichte Erschütterungen. Bis zu diesem Zeitpunkt war die Forscherwelt davon ausgegangen, dass nicht das eigentliche Fracking zu Erdstößen führt, sondern das Verpressen von Frackingwasser in tiefgelegene geologische Formationen. Doch als sich das Arkansas-Beben ereignete hatte das Verpressen von Wasser noch gar nicht begonnen. Daraus zogen die Forscher den Schluss, dass das Aufbrechen von tiefgelegenem Gestein durchaus Beben auslösen kann.

„Das war eine Überraschung“, sagt Gregory Beroza, Professor für Geophysik an der Stanford University. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte er die Abfallwasserthese vertreten. Was nicht bedeutet, dass das Verpressen von Wasser keinen Einfluss auf das Auftreten von Erdbeben hat.

via Stanford University

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