Dass Menschen irgendwo in einem Entwicklungsland hungern, weil es monatelang nicht geregnet hat und die Ernte verdorrt ist, kommt in Europa und anderen Ländern, die helfen können, meist mit Verspätung an. Dann dauert es Wochen, ehe die für die Versorgung der Hungernden nötige Infrastruktur aufgebaut ist. In dieser Zeit sind schon zahlreiche Menschen gestorben, zahlreiche andere leiden an hungerbedingten Krankheiten.


Bild: ESA/ATG medialab

Forscher der Technischen Universität Wien haben ein Frühwarnsystem aufgebaut. Sie werten Satellitendaten aus und erfassen so den Feuchtegehalt der Ackerböden. Sinkt er unter ein bestimmtes Niveau drohen die angebauten Feldfrüchte zu verdorren. Schon zu diesem Zeitpunkt können dann Helfer damit beginnen, einen Versorgungsplan auszuarbeiten.

In Kenia blieb der gewohnte Regen aus

Derzeit ist Kenia im Fokus der Forscher Wolfgang Wagner vom Institut für Geodäsie und Geoinformation Professor Wolfgang Wagner vom Institut für Geodäsie und Geoinformation an der TU Wien. „Normalerweise gibt es dort jährlich zwei Regenzeiten – eine große von März bis Mai und eine kleine von Oktober bis November“, Sagt Wagner. „Im vergangenen Jahr sind laut unseren Satellitendaten beide Regenzeiten fast ausgeblieben, und auch in diesem Jahr sieht es nicht gut aus.“


Nach Angaben der Caritas, die jetzt mehrere Hilfsprogramme startet, haben dort 2.6 Millionen Menschen zu wenig Nahrung. Betroffen sind nicht alle Regionen des Landes gleichermaßen stark. Anhand der Satellitendaten lassen sich die Landesteile ermitteln, in denen die Lage besonders dramatisch ist. Die Region North Horr/Marsabit gehört dazu.

Mikrowellen als Feuchtigkeitsmesser

„Mit den Methoden, die wir an der TU Wien entwickelt haben, können wir Satellitendaten nutzen, um die Bodenfeuchte zu messen, ohne direkt vor Ort sein zu müssen“, sagt Wagner. Genutzt werden die Informationen von Umweltsatelliten, die Mikrowellen zur Erde schicken, die am Erdboden reflektiert und von Fotodioden an Bord der Himmelskörper eingefangen werden. Wie stark sie reflektiert werden hängt unter anderem von der Feuchtigkeit des Bodens ab. Mit Hilfe umfangreicher Mikrowellen-Datenbanken, angereichert mit Information über die lokale Vegetation, kann das Team an der TU Wien daraus die Bodenfeuchte auf der ganzen Welt berechnen.

via TU Wien

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