Windturbinen unter großen Brücken machen vor allem da einen Sinn, wo konventionelle Ökostromanlagen an ihre Grenzen stoßen. Forscher sind dabei jüngst der Frage nach gegangen, ob deratige Konstruktionen jedoch überhaupt  effektiv wären? Ein spanisch-britisches Forscherteam hat entsprechende Modellrechnungen durchgeführt und eine Turbine unter einer Brücke auf den Kanaren für sinnvoll und praktikabel eingestuft.


Brücke Turbine
Autobahnbrücke mit Windturbinen zwischen den Pfeilern

Unterbrücken-Windturbinen als Ergänzung zu konventionellen Anlagen

Die Windturbinen unter den Brücken nehmen nicht gesondert Platz weg. Eine zusätzliche Bebauung ist daher obsolet. Somit können die Konstruktionen in Zukunft auch da errichtet werden, wo für konventionelle Anlagen kein Platz mehr ist. Ein weiteres Einsatzfeld wäre ein Ort, der weitestegehnd naturbelassen bleiben soll, also nicht noch wesentlich mehr bebaut werden darf. Die Windturbinen lassen sich einfach unter einer Brücke installieren. Die Turbinen sind entsprechend verstärkt, sodass die Schwingungen weitestgehend von der Umrandung kompensiert und gefährliche Resonanz-Schwingungen vorgebeut werden dürften. Um die Windturbinen unter den Brücken zu testen, wählten die Forscher zunächst die Juncal-Brücke auf Gran Canaria aus.

Als Ergebnis konnte festgehalten werden, dass es am effektivsten wäre, hier gleich zwei Windturbinen zu integrieren, um 0,5 Megawatt Strom produzieren zu können. Pro Jahr könnten im Vergleich zu fossilen Brennstoffen stolze 140 Tonnen Kohlendioxid eingespart werden. 0,5 Megawatt:“Das entspräche 450 bis 500 Haushalten mit durchschnittlichem Verbrauch“, erklärt Óscar Soto, der zusammen mit Forscherkollegen die Computersimmulation auswertete. Im Rahmen der Simulation testeten die Forscher auch unterschiedlich große Rotoren. Dabei zeigte sich zum einen, dass größere Rotoren auch mehr Strom liefern, zum anderen konnten die Forscher jedoch auch festhalten, dass bei kleineren Turbinen jedoch auch eine moderate Leistungsrate pro Quadratmeter erzielt werden konnte, die sogar die von größeren Rotoren übersteigt.


Die Ergebnisse der aktuellen Studie haben die Forscher in der Fachzeitschrift „Renewable and Sustainable Energy Reviews“ niedergeschrieben. Während zwei große Turbinen am praktikabelsten sind, wären 24 kleine Windturbinen am effizientesten. Mit beiden Lösungen könnten sich die Forscher allerdings ziemlich gut anfreunden. Das Spannende dabei ist auch, dass jede Brücke oder ähnliche Bauwerke jeweils immer andere Windpotentiale aufweisen. Die Möglichkeiten der Eneriegewinnung sind hier also sehr spezifisch. In Zukunft könnten Unterbrücken-Windturbinen als Ergänzung zu klassischen Ökostrom-Lieferanten eingesetzt werden.

Quelle: Gizmodo

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