Antioxidantien werden als gesunde Radikalfänger empfohlen. Neusten Studien zufolge begünstigen Antioxidantien allerdings auch die Bildung von Metastasen und somit die Ausbreitung von Krebs. Krebspatienten sollten daher Abstand von diesen Nahrungs-Ergänzungsmitteln nehmen.


Krebs Metastasen im Thorax
Hellerhoff CC BY-SA 3.0 (VIA WIKIMEDIA COMMONS)

Krebspatienten sollten die Einnahme von Antioxidantien meiden

Antioxidantien sollen aggressive Chemikalien im Körper binden, die für Zell- und auch Erbgutschädigungen verantwortlich sein können. Diese Schädigungen werden oftmals auch als Ursache für Krebs ausgemacht. Zu der Gruppe der Antioxidantien gehören die Vitamine A, C und E sowie Polyphenole. Bisher galten die Stoffe aufgrund der Bindungswirkung schädlicher Stoffe im Körper als empfohlene Möglichkeit sich gegen Tumore zu schützen. Forscher der Universität Göteborg fanden im Rahmen einer umfangreichen Studie nun heraus, dass Antioxidantien bei Mäusen mit Krebs die Bildung von Metastasen begünstigen. So verdoppelte sich die Metastasen-Rate bei Mäusen, die mit Antioxidantien gefüttert wurden. Ähnliche Beobachtungen konnten die Forscher auch bei menschlichen Haut- und Lungenkrebszellen tätigen.

Entgegen den bisherigen Annahmen, dass Antioxidantien das Tumorwachstum bremsen, fördern die Zusatzstoffe die Bildung von Metastasen. Im Rahmen der Studie bildeten die Mäuse weitere und vor allem auch noch aggressivere Tumore aus. Das fanden die beteiligten Forscher bereits im letzten Jahr bei Lungenkrebszellen heraus. Nun wurde der im Fachblatt „Science Translational Medicine“ abgedruckte Beitrag um eine weitere Krebsart ergänzt. So fördert die Zugabe von Antioxidantien auch die Ausbreitung von Hautkrebs. Für die Studie versetzten die Forscher das Trinkwasser einer Gruppe an Hautkrebs erkrankten Mäusen mit dem Antioxidans N-Acetylcystein (NAC). Die gewählte Menge liegt innerhalb des Bereichs der beim Menschen für die medizinische Anwendung empfohlen wird. Die Forscher stellten im Verlauf der Studie erschreckendes fest. So entwickelten die Mäuse, die das NAC erhielten, doppelt so viele Metastasen wie die Kontrollgruppe. Zu den bereits vorhandenen Tumoren entstanden weitere. „Metastasen sind die Haupttodesursache bei Hautkrebs“, betont Martin O. Bergo.


Antioxidantien teilweise auch in Sonnenmilch und Haut-Lotion vorhanden

Es wird vermutet, dass die Antioxidantien den wandernden Tumorzellen helfen. Die Forscher raten daher Krebspatienten davon ab Nahrungsergänzungsmittel mit Antioxidantien zu konsumieren. Darüber hinaus sollte auch bedacht werden, dass Sonnenmilch und Haut-Lotionen auch Vitamin E und Beta-Karotin enthalten können. Diese Stoffe können Hautkrebs ähnlich wie die in Nahrungsergänzungsmittel vorkommenden Antioxidantien beeinflussen. In aktuellen Versuchen wird zudem getestet wie auch in Kosmetika vorkommende Stoffe gleicher Güte einen Einfluss auf die Begünstigung der Ausbreitung von Hautkrebs nehmen.

Quelle: Scinexx

Teile den Artikel oder unterstütze uns mit einer Spende.
PayPal SpendeAmazon Spendenshopping

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.