Home » Gesundheit » Forschern gelingt die Produktion von Ohren mit dem Bio-3D-Drucker

Forschern gelingt die Produktion von Ohren mit dem Bio-3D-Drucker

Die Wissenschaft arbeitet bereits seit längerem daran, menschliche Gewebestrukturen auf künstliche Art und Weise nachzubilden. Mit Hilfe von Bio-3D-Druckern soll es so zukünftig beispielsweise sogar möglich sein, komplette Organe nachzubilden. Patienten müssten dann nicht auf eine Organspende warten, sondern könnten deutlich schneller als heute Ersatz bekommen. Bisher gab es dabei allerdings zwei Probleme: Die per Biodruck produzierten Gewebe waren einerseits zu instabil und konnten zudem keine Blutgefäße integrieren – sie ließen sich also auch nicht mit Nährstoffen versorgen. Ein Forscherteam des Wake Forest Baptist Medical Center scheint nun allerdings eine Lösung gefunden zu haben: Ihnen gelang es Ohren herzustellen und zu kultivieren.

© Wake Forest Institute for Regenerative Medicine

© Wake Forest Institute for Regenerative Medicine

Ein netzartiges Polymer sorgte für die notwendige Stabilität

Diese wurden dann sogar bereits bei Nagern erfolgreich transplantiert. Tatsächlich bildete sich dann bei den Tieren die charakteristische Knorpelstruktur des Ohres, die anschließend mit Hilfe von eingewanderten Blutgefäßen versorgt wurde. Möglich wurde dies durch den Einsatz eines netzartigen Polymers, das dem Ohr die Grundstruktur gab. Dieses brachte zwei Vorteile mit sich: Es sorgte für Stabilität bis sich die Zellen vollständig entwickelt hatten und es ließ gleichzeitig ausreichend Platz für die Integration der Blutgefäße. Die Zellen selbst wurden zudem mit einer gelartigen Substanz umgeben. Diese hielt sie zusammen und versorgte sie mit Nährstoffen. Auf diese Weise gelang es die Überlebensrate der gedruckten Zellen zu erhöhen.

Körpereigene Zellen sollen zu fehlenden Körperteilen werden

Das Ziel der Forschung ist es aber natürlich nicht, neue Ohren für Nager zu produzieren. Vielmehr ist langfristig der Einsatz beim Menschen geplant. Auch hier zeigten die Forscher bereits eine mögliche Anwendung: Sie fertigten am Computer ein 3D-Modell eines menschlichen Ohres an und konnten dieses dann exakt so mit dem Bio-3D-Drucker herstellen und einige Zeit kultivieren. Langfristig soll es so möglich werden, körpereigene Zellen eines Patienten in fehlende Körperteile zu verwandeln. Bis es allerdings tatsächlich so weit ist, dürfte noch etwas Zeit vergehen – zunächst stehen nun weitere Langzeitversuche mit Mäusen auf dem Programm.

Via: Nature

Jetzt einen Kommentar zum Thema schreiben

Ihre E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht! Pflichtfelder sind markiert *

*

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>