Für Blinde gibt es nun endlich Hoffnung am Horizont vielleicht doch bald wieder etwas zu sehen – zumindest in Form von Fotos die man mit der am Massachusetts Institute of Technology (MIT) entwickelten „Sehmaschine“ schießt. Die darin enthaltenen Bildinformationen werden nämlich in einem gebündelten Lichtstrahl direkt auf die Netzhaut des Blinden projeziert.sehmaschine


Technologisches Vorbild ist mit dem Scanning-Laser-Ophthalmoskop (SLO) ein massives Diagnostik-Gerät, das etwa 100.000 Dollar kostet. Im Laufe der Jahre hat das MIT-Team seine Entwicklung aber mithilfe moderner Komponenten portabel gemacht und auch die Kosten deutlich reduziert. „Wir können es für weniger als 500 Dollar (~375 €)  herstellen“.

In einer Pilotstudie testeten zehn Versuchspersonen mit verschiedenen Graden der Sehbehinderung die neue Sehmaschine. Die Probanden litten an diabetesbedingter Retinopathie (eine krankhafte Wucherung der Netzhautgefäße, die zu Blutungen führen kann), Makuladegeneration (Absterben der Netzhautzellen) oder einem eingeschränkten Gesichtsfeld und konnten bestenfalls die dritte Reihe auf der Sehtesttafel erkennen. In den meisten Fällen waren sie sogar faktisch blind, kamen also nicht über das große „E“ in der ersten Reihe der Sehtesttafel hinaus. Die Auflösung der Bilder für die gehandicapten Menschen würden gesunde Menschen als zu pixelig empfinden. „Für uns ist es aber völlig ausreichend, mehr würde gar nicht helfen“, so Goldring.


Die Sehmachine ist nur einer von vielen Ansätzen, um Sehbehinderten oder Blinden technologische das Sehen zu erleichtern oder zu ermöglichen. „Es gibt sehr vielseitige Forschungsbemühungen in diesem Bereich“, meint Wolfgang Kremser, Leiter des gemeinsamen Verkehrsgremiums der Sehbehinderten- und Blindenorganisationen der Ostregion, im Gespräch. Dazu zählen beispielsweise Ansätze für implantierbare Netzhautchips, die unter anderem in Deutschland bereits klinischen Studien unterzogen werden. Neben der Elektronik wird auch die Biologie bemüht. „Es gibt Bestrebungen, mithilfe von Zellimplantaten neue Möglichkeiten zu schaffen“, so Kremser. Unter anderem werde an der Verwendung von Stammzellen und gentechnischen Ansätzen geforscht.

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2 Kommentare

  1. […] Technik Add comments Der Haptic Reader könnte vielen blinden Menschen als Hilfsmittel beim Lesen dienen. Er ermöglicht es, Bücher, die nicht in Brailleschrift geschrieben sind, entweder […]

  2. […] was sie zu sich nehmen. Für Sehbehinderte wurde bereits die Sehmaschine entwickelt, als ein Fotoapparat für Blinde. Sicherlich ist es gewöhnungsbedürftig, während des Essens mit Geräuschen, die […]

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