Bisher fanden Tests mit autonomen Fahrzeugen in Deutschland vor allem auf abgesperrten Gebieten statt. Doch wenn die Technologie eines Tages flächendeckend zum Einsatz kommen soll, müssen auch Daten unter realen Bedingungen gesammelt werden. Die R+V Versicherung hat daher nun in Frankfurt gemeinsam mit dem Flughafenbetreiber Fraport ein entsprechendes Projekt gestartet: Zwei autonome Busse verkehren auf einer Strecke von rund 1,5 Kilometern zwischen Terminal 1 und Terminal 2 des Flughafens. Dabei sind sie keineswegs allein: Neben zahlreichen Fußgängern sind auf dieser Route täglich noch 2.600 private Fahrzeuge, 1.000 Frachtschlepper und zahlreiche weitere innerbetriebliche Wagen unterwegs. Für die beiden autonom fahrenden Busse bedeutet dies: Sie müssen beweisen, dass die Technologie auch bei unvorhergesehenen Situationen einwandfrei funktioniert.


Foto: Fraport AG, Stefan Rebscher

Der Flughafen hofft dank autonomer Busse auf mehr Flexibilität

Geliefert wurden die Busse von der französischen Firma Navya. Der Antrieb erfolgt durch einen 15 kW-Elektromotor, der im Betrieb alle neun Stunden geladen werden muss. Lidar-Sensoren und Stereo-Kameras sollen dafür sorgen, dass die Umgebung korrekt erfasst wird. Nähert sich das Fahrzeug beispielsweise einem Fußgänger, wird zunächst die Geschwindigkeit verlangsamt und dann gegebenenfalls komplett abgebremst. Auf freier Strecke erreichen die Busse hingegen eine Geschwindigkeit von bis zu zwanzig Stundenkilometern. Erweisen sich die Tests als erfolgreich, könnten sie der Beginn eines weit größeren Einsatzes am Flughafen sein. Denn Fraport hofft, durch den Einsatz selbstfahrender Busse zukünftig den Passagiertransport besser und flexibler managen zu können.

Die Versicherung sammelt Daten für innovative Angebote

Außerdem hat das Unternehmen aktuell mit einem Mangel an gut ausgebildeten Busfahrern zu kämpfen. Ganz generell scheint der Flughafenbetreiber zudem an innovativen Lösungen interessiert zu sein: Erst kürzlich testete er in Kooperation mit Daimler, wie zukünftig die Start und Landebahnen autonom vom Schnee befreit werden können. Interessant ist zudem, weshalb die R+V Versicherung an dem Test der selbstfahrenden Busse beteiligt ist: Das Unternehmen will Daten sammeln, um dann innovative Versicherungsprodukte entwickeln zu können. So soll geschaut werden, ob autonome Fahrzeuge tatsächlich weniger Unfälle verursachen – und demnach niedrigere Prämien zahlen müssen. Versicherer sind bei neuen Technologien immer sehr daran interessiert, diese möglichst gut einschätzen zu können. Erst kürzlich gab der Rückversicherer Munich Re daher eine Zusammenarbeit mit dem Unternehmen Hyperloop Transportation Technologies bekannt.

Via: R+V Versicherung


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