Kohlekraftwerke gelten allgemein als die umweltschädlichste Variante der Stromerzeugung. Eine internationale Klimaschutzbewegung fordert daher seit einiger Zeit alle Staaten auf, ein festes Datum für die Abschaltung aller entsprechenden Kraftwerke zu benennen. Vor rund einer Woche kam Großbritannien dieser Aufforderung nach und nannte das Jahr 2025 als finales Datum. Die französische Regierung zeigte sich nun auf der Weltklimakonferenz in Marrakesch noch ein wenig ambitionierter. In unserem östlichen Nachbarland soll bereits 2023 der letzte Kohlemeiler vom Netz gehen. Für das Klima ist dies zweifellos eine gute Nachricht. Allerdings wird Frankreich – ähnlich wie auch Großbritannien – den neu anfallenden Energiebedarf vor allem durch Kernkraftwerke ersetzen. Dieser Plan stößt aber bei vielem Umwelt- und Klimaschützern ebenfalls nicht auf Gegenliebe.


Kohle
Foto: Coal power-plant and oilseed rape, martin, Flickr, CC BY-SA 2.0

Die Kohle spielt schon heute in Frankreich keine große Rolle

Bereits heute ist Frankreich das Land mit dem größten Anteil an Kernenergie im Energiemix: Dieser liegt bei rund 75 Prozent. Dies hängt damit zusammen, dass viele französische Haushalte eine Stromheizung besitzen und daher auf eine konstante Versorgung angewiesen sind. Aber auch die Erneuerbaren Energien spielen in unserem Nachbarland eine immer größere Rolle. Ihr Anteil am Energiemix ist inzwischen auf 16,3 Prozent gestiegen. Der Ausstieg aus der Kohle hingegen dürfte dem Land nicht all zu schwer fallen. Schon heute kommen lediglich 1,6 Prozent der Stromproduktion der Franzosen aus klimaschädlichen Kohlekraftwerken. Auch Erdgas und Öl spielen eine eher untergeordnete Rolle.

Großbritannien will in den nächsten Tagen dem Weltklimavertrag beitreten

Der französische Präsident Francois Hollande nutzte seinen Auftritt vor der Weltklimakonferenz zudem für einen Appell an den neuen US-Präsidenten Donald Trump. Dieser hatte angekündigt, den erst im vergangenen Jahr vereinbarten Weltklimavertrag von Paris aufkündigen zu wollen. Hollande sprach nun allerdings von einem unumkehrbaren Prozess. Auch der UN-Generalsekretär Ban Ki-moon und der noch amtierende US-Außenminister John Kerry äußerten sich ähnlich. Großbritannien – traditionell einer der engsten Verbündeten der Vereinigten Staaten – möchte in diesem Zusammenhang sogar ein ganz konkretes Zeichen setzen: Das britische Parlament hat den Weltklimavertrag inzwischen beraten und beschlossen, so dass die Regierung in den nächsten Tagen auch offiziell der Vereinbarung beitreten könnte. Großbritannien wäre damit weltweit das 111. Land.


Via: Businessgreen

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