Die Hersteller von Computerspielen im Sportbereich geben oft hohe Summen für die Namensrechte der echten Vereine und Spieler aus. Es macht halt deutlich mehr Spaß, wenn beim virtuellen Duell zwischen Real Madrid und dem FC Barcelona auch Messi und Ronaldo gesteuert werden können. In den Anfangsjahren war die grafische Darstellung der Spieler allerdings noch höchst rudimentär. Oftmals konnte man sie nur erkennen, weil der Name oder die Rückennummer zusätzlich eingeblendet wurde. Inzwischen ist die Technik in diesem Punkt aber schon deutlich weiter und produziert sehr exakte virtuelle Doppelgänger. Durch den Einsatz von Virtual Reality könnte die Realitätsnähe zudem noch weiter gesteigert werden. Doch mit den neuen Computertechniken lässt sich auch Schabernack treiben.


Der französische Personalausweise von Raphael Fabre besitzt kein reales Passfoto. Bild: Raphael Fabre

Das virtuell erstellte Bild wurde in den Personalausweis integriert

Dies stellte der französische Künstler Raphael Fabre unter Beweis. Er beantragte in Frankreich einen neuen Personalausweis und musste dafür ein Passfoto einreichen. Dafür ging er allerdings nicht zu einem Passbildautomaten, sondern setzte sich an den heimischen Computer. Dort nutzte er verschiedene Programme und Techniken aus der Film- und Computerspielbranche, um ein neues Bild von sich zu erschaffen. Er nutzte dabei kein Foto von sich als Grundlage, sondern baute das komplette Gesicht vollkommen neu auf. Rein technisch betrachtet hat die virtuelle Variante also nichts mit dem wirklichen Gesicht des Künstlers zu tun. Dieser reichte sein Werk dann bei den französischen Behörden ein und erhielt wenig später seinen neuen Personalausweis – inklusive des Computerbilds.

Die Computertechnologie hat enorme Fortschritte gemacht

Tatsächlich erfüllte das Bild auch alle Vorgaben der Behörden, was etwa Beleuchtung, Gesichtsausdruck und weitere ähnliche Aspekte anging. In der Praxis dürfte es auch keinen Unterschied machen, ob auf dem Personalausweis ein echtes Foto zu sehen ist oder nur eine virtuelle Nachahmung. Trotzdem ist es aber natürlich nicht Sinn der Sache, Passfotos komplett selbst am Computer zu erstellen. Die Episode zeigt daher vor allem zwei Dinge. Zum einen wie weit die Computertechnologie inzwischen bei der Produktion von realistischen Bildern ist. Zum anderen aber auch, dass Passfotos nicht die sicherste Variante sind, um den Besitzer eines Passes zu verifizieren. Rein technisch gibt es inzwischen auch deutlich akkuratere Methoden – etwa die Speicherung des Fingerabdrucks.


Via: Nerdcore

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