In vielen Entwicklungs- und Schwellenländern verderben große Mengen an Nahrungsmitteln, weil es an Kühlmöglichkeiten fehlt. Gleichzeitig fallen große Mengen an Bioabfällen an, etwa Exkremente und Abfälle der Lebensmittelverarbeitung, die oft nicht entsorgt und damit zum einem Gesundheitsproblem werden. Forscher des Fraunhofer-Instituts für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik (Umsicht) in Oberhausen haben eine Kombilösung für beide Probleme entwickelt. Die Bioabfälle werden in Kälte verwandelt.


Bild: Fraunhofer UMSICHT/Michael Joemann

In Mumbais Hafen verdirbt viel Fisch

Nupur Technomy, ein indischer Umsicht-Kooperationspartner, berichtete über ein Problem im Hafengebiet der indischen Stadt Mumbai. Hier verdarb viel Fisch, weil es an Kühlmöglichkeiten fehlte. Andererseits gab es große Mengen Bioabfälle aus der Fischverarbeitung. Die Forscher in Oberhausen entwickelten eine Bio-Kälte-Anlage, die aus den Hauptkomponenten Fermenter, Gasbrenner, Absorptionskältemaschine und Rückkühlwerk besteht. Sie füllt einen Teil eines 40 Fuß-Containers. Der verbleibende Platz ist das Kühlhaus, in dem die Waren, in diesem Fall Fisch, gelagert werden.

Der Fermenter schluckt pro Tag drei bis fünf Tonnen Bioabfälle. Er produziert Biogas, eine Mischung aus Kohlenmonoxid, Methan und Kohlendioxid. Dieses Gas wird verbrannt. Die Wärme fließt in die Absorptionskältemaschine, die gemäß ihrer Bezeichnung Kälte erzeugt. Der Fermenter wird geleert, wenn der Gärprozess abgeschlossen ist. Die Überbleibsel lassen sich als Dünger nutzen.


Inder sollen das Kühlsystem selber bauen

Übergeordnetes Ziel ist die Einführung bioabfallbetriebener Lebensmittellager auf dem indischen Subkontinent. Diese sollen die Effizienz der Landwirtschaft verbessern, indem die Qualität der Lebensmittel erhöht, Ausschüsse verringert und die hygienische Belastung durch wilde Deponien von Bioabfällen vermieden werden. Um marktübliche Kosten zu gewährleisten und den Marktzugang sicherzustellen, soll das gesamte System in Indien hergestellt werden.

Das technische Konzept ist fertig. Im April dieses Jahres begann der Bau einer Demonstrationsanlage. Ob die Fischverarbeiter in Mumbai sie bekommen ist noch offen. Ein anderer möglicher Standort ist der Großmarkt für Obst, Gemüse und Gewürze in Pune, ebenfalls eine Millionenstadt.

 

via Fraunhofer Umsicht

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