Braucht der Mensch zum Leben tatsächlich eine Wohnung? Vor dieser Frage stand der Brite Stef Roberts im Jahr 2014, als er das Haus eines Freundes verlassen musste, weil dieser heiraten wollte. Vielleicht, so dachte er, genügt auch eine Hängematte im Grünen …


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Stef Roberts in seinem nächtlichen Zuhause / Foto: Screenshot aus Youtube-Video

Digitaler Nomade in Funktionskleidung und Hängematte

Jetzt hat der 29-jährige Stef bereits zwei Winter ohne Obdach gut überstanden, ganz freiwillig schläft er beinahe jede Nacht im Wald. Sein kleines Unternehmen betreibt er vom Rechner aus, das Büro hat er in wechselnde Coffeeshops verlegt. Ein Auto besitzt er auch noch, damit fährt er nach der Arbeit raus aus der Stadt, irgendwohin, wo es ihm gefällt. Das kann mal mitten im tiefen Wald sein, manchmal aber auch am Waldesrand, wo er noch ein wenig in Kontakt mit der Zivilisation bleibt. Er schläft in einer Hängematte, die er mit Hilfe einer Dreiecksplane vor Regen schützt. Natürlich trägt der »digitale Nomade«, wie er sich selbst nennt, kein Bärenfall am Körper, sondern hochwertige Funktionskleidung. Er deckt sich nicht mit einer Wolldecke zu, sondern verwendet einen Schlafsack und auch seine robusten Wanderschuhe sind ganz modern und halten einiges aus.

Mal weilt er in Cambridge, mal in London …

Die Körperhygiene fällt allerdings häufig so aus, wie man es sich bei einem echten Waldbewohner vorstellt: Ein Bad in einem See oder Fluss ist gar nicht so selten, doch zum Glück gibt es auch Fitnessstudios und Schwimmbäder mit fließend warmem Wasser. Tagsüber gestaltet Stef Roberts Videoanimationen und Illustrationen am Computer, ein Job, den man von überall aus ausführen kann. Darum kommt der junge Mann auch viel herum, mal weilt er in Cambridge, mal in London, an einem anderen Tag in Bristol. Zweimal am selben Ort zu übernachten, kommt ihm gar nicht in den Sinn. Auf Youtube präsentiert Stef sein ungewöhnliches Alltagsleben im Video; wer mag, erhält hier regelmäßig tiefe Einblicke in die seltsame Welt eines modernen Nomaden.


Im 1. Video des Youtube-Channels erzählt Stef Robert seine Geschichte

Die Geräusche der Natur sind ihm vertraut

Etwa einmal pro Woche übernachtet Stef bei Freunden, manchmal besuchen diese ihm auch im Wald. Vielleicht wird er eines Tages zumindest ein festes Büro haben, doch das Schlafzimmer unter dem raschelnden Blätterdach will er nicht aufgeben. Unheimlich findet er die nächtliche Stille in der Natur überhaupt nicht, ganz im Gegenteil, sogar die lauten Regengeräusche sind ihm inzwischen sehr vertraut: In diesem Sinne ist ihm der Ausstieg sichtlich geglückt.

Quellen: welt.de

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