George Hotz hat sich vor neun Jahren bereits einen Namen im Internet gemacht indem er als erster Hacker überhaupt das Apple iPhone mit einem Jailbreak modifizierte. Es folgte 2009 dann der legendäre Playstation 3 Hack, der Geohot in die Herzen der Fans katapultierte, zugleich aber auch viel Ärger bedeutete, denn Sony wehrte sich mit einer Klage. Geohot konterte mit einem lässigen Rap-Video. Als die Jailbreak-Entwicklung anfing Geohot zu langweilen, arbeitete er bei Facebook und Google als Sicherheitsexperte. Auch hier war das Talent recht schnell unterfordert, sodass er sich eigenen Projekten widmete. Mit der Firma Comma.ai baute der Hacker nun in Eigenregie ein selbstfahrendes Auto, das sich von bisherigen Erzeugnissen von Google, Tesla und Co maßgeblich unterscheidet. Eine Menge Sensoren kommen zum Einsatz, die in Prototypen-Manier zunächst mit Klebeband befestigt wurden. Als Plattform fungiert ein Honda Acura ILX. Herzstück ist die einzigartige Software, die dank Deep Learning AI, in der Lage ist vom Fahrer zu lernen.


Geohot Auto
Selbstfahrendes Auto von Geohot mit 21,5 Zoll Full-HD-Display (Bild: Youtube Screenshot)

Selbstfahrende Autos müssen zu 99,9999 Prozent zuverlässig sein

Geohots Auto lernt selbstständig zu fahren, indem es dem Entwickler beim Fahren „zuschaut“. Die Fahrweise wird aufgezeichnet und analysiert. Problematisch ist dem Hacker zufolge jedoch, dass allein durch die Analyse eines einzelnen Fahrers kein selbstfahrendes Auto jemals optimal fahren kann. Viel mehr würde es der Mix aus vielen Fahrern ausmachen, die stets bedacht fahren. Hotz hat sich zum Ziel gesteckt Tesla und auch Google zu zeigen, wie man ein selbstfahrendes Auto baut. Das Auto fährt übrigens auf der Basis von Linux und zwischen Fahrer und Beifahrer hängt ein überdimensioniertes 21,5 Zoll Full-HD-Display.

Geohot


Konkrete Pläne über eine etwaige Kommerzialisierung des Produkts verfolgt Hotz bisher noch nicht. Er kann sich aber gut vorstellen, dass die Technologie einmal als Paket an führende Autohersteller verkauft wird. Ein derartiger Bausatz für das Selbstfahrende Auto zum Nachrüsten dürfte knapp 1.000 US-Dollar kosten, mutmaßt der Entwickler. Tesla reagierte recht schnell auf den Bloomberg-Beitrag, der Geohots ehrgeiziges Projekt dokumentierte und schreibt, dass keiner im Alleingang ein selbstfahrendes Auto bauen könne, das eine Straßenzulassung bekommt. Schließlich bestünde die Herausforderung darin die AI nicht auf 99 Prozent zu steigern, sondern auf 99,9999 Prozent. Interessierte können den Beitrag noch einmal hier nachlesen. Ziemlich spannend das Ganze.

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