In den Niederlanden sind Fahrten mit dem Rad so weit verbreitet wie in keinem anderen europäischen Land. Im Schnitt legt jeder Niederländer pro Jahr rund 1.000 Kilometer auf diese Weise zurück. In der Stadt Utrecht beispielsweise werden 43 Prozent der Fahrten über weniger als 7,5 Kilometer mit dem Fahrrad absolviert. Doch die entsprechende Infrastruktur wurde oftmals in den 1980er Jahren gebaut – als noch deutlich weniger Radfahrer unterwegs waren. Besonders sichtbar wurde diese Problematik am Bahnhof der Stadt. Weil rund vierzig Prozent der Bahnpendler mit dem Rad zum Bahnhof kommen, mangelt es dort chronisch an geeigneten Stellplätzen. Ein großes Bauprojekt soll nun Abhilfe schaffen: Diese Woche eröffnete der erste Teil des größten Fahrrad-Parkhauses der Welt.


Ein Radfahrer nutzt die Einfahrt des weltweit größten Fahrrad-Parkhauses in Utrecht.
Ein- und Ausfahrt verlaufen über unterschiedliche Routen. Foto: CU2030

Fast alle niederländischen Städte investieren in neue Stellplätze

Bis Ende nächsten Jahres sollen alleine dort Stellplätze für 12.500 Fahrräder entstehen. Für die ersten 24 Stunden fällt keine Gebühr an. Wer sein Rad länger parken möchte, zahlt anschließend 1,25 Euro pro Tag. Utrecht ist aber keineswegs die einzige Stadt, die massiv in neue Radstellplätze investiert. So sollen in Den Haag und Delft zeitnah ähnliche Parkhäuser mit jeweils mehreren tausend Plätzen entstehen. Ein besonders extravagantes Projekt ist zudem in Amsterdam geplant. Dort sollen unterhalb der Uferpromenade zukünftig bis zu 7.000 Fahrräder unterirdisch geparkt werden können. Der Ausbau ist allerdings auch dringend notwendig. Denn inzwischen gibt es in den Niederlanden rund 22,5 Millionen Fahrräder. Durch die zunehmende Verbreitung von Elektrofahrrädern könnten zukünftig zudem noch mehr Leute auf das Rad umsteigen.

Radverkehr bringt zahlreiche Vorteile mit sich

Fahrrad-Aktivisten fordern daher, die Investitionen jetzt nicht einzustellen, sondern bereits den weiteren Ausbau in Angriff zu nehmen. Denn die Zahl der Radfahrer dürfte in Zukunft weiter ansteigen. Dass Radfahren in den Niederlanden so beliebt ist, hat verschiedene Gründe. Die weitgehend flache Landschaft dürfte ebenso dazu beitragen, wie die lange Tradition des Landes im Rennradsport. Die Politik versucht zudem seit den 1970er Jahren Autos so oft wie möglich aus den Stadtzentren heraus zu halten. Hintergrund dieser Kampagne waren unter anderem die hohe Zahl an Todesfällen im Zusammenhang mit Autounfällen. Den Radverkehr zu fördern bringt aber noch weitere Vorteile mit sich: So verbessern sich etwa Luftqualität und Klimabilanz.


Via: The Guardian

Teile den Artikel oder unterstütze uns mit einer Spende.
PayPal SpendeAmazon Spendenshopping

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.