In fast allen Ländern weltweit sind die Verkaufszahlen von Elektroautos in den letzten Jahren hinter den Erwartungen zurück geblieben. Dies hat verschiedene Gründe. Eine Rolle spielt aber sicherlich der vergleichsweise hohe Kaufpreis der emissionsfreien Fahrzeuge. Die deutsche Bundesregierung hat daher vor einiger Zeit eine Kaufprämie beschlossen, die die Absatzzahlen ankurbeln soll. Dies kann aber natürlich nur eine vorübergehende Maßnahme sein. Langfristig müssen die Hersteller daran arbeiten, Elektroautos generell günstiger zu produzieren und zu verkaufen. Das französische Unternehmen Renault Nissan hat nun erstmals eine Zielmarke bekannt gegeben: Schon in zwei Jahren soll in China ein Elektroauto zum Preis von lediglich 8.000 Dollar erhältlich sein.


Nissan Leaf 2016
Nissan Leaf 2016 mit 30 kWh Batterie und 250 Km Reichweite; Bild: Nissan

Aktuell sind die Verkaufszahlen in China noch hinter den Erwartungen

Zum Vergleich: Das aktuell günstigste Elektroauto des Konzerns, der Nissan Leaf, kostet rund 29.000 Dollar. Nach Einschätzung von Konzernchef Carlos Ghosn ist dies deutlich zu viel, um in China hohe Verkaufszahlen zu erreichen. „Wir sind jetzt in einer Preisklasse, in der die Verkaufszahlen einfach nicht richtig ansteigen. Daher haben wir uns entschieden dem Markt zu folgen“, so der Manager. Seiner Beobachtung zufolge werden in China vor allem besonders preisgünstige Elektroautos gekauft, weshalb sich Renault Nissan nun an die Spitze dieser Bewegung setzen möchte. In Europa soll der preisgünstige Elektroflitzer allerdings ebenso wenig erhältlich sein wie in den Vereinigten Staaten. Aber auch hierzulande dürfte in den nächsten Jahren mit kostengünstigeren Modellen zu rechnen sein.

Andere europäische Hersteller könnten nachziehen

Die chinesische Regierung hatte zudem vor kurzem für Aufregung bei europäischen Autobauern gesorgt, weil Pläne für eine verpflichtende Produktionsquote für Elektroautos bekannt wurden. Dem Gesetzesentwurf zufolge sollen europäische Hersteller, die in China Autos verkaufen möchten, gezwungen werden, auch eine bestimmte Anzahl an Elektroautos und Hybrid-Fahrzeugen zu produzieren – oder sich von dieser Pflicht freizukaufen. Von diesen Ausgleichszahlungen würden dann vor allem chinesische Hersteller profitieren. Renault Nissan aber scheint auch unabhängig von den Vorgaben der Regierung zahlreiche Elektroautos in China verkaufen zu wollen. Es bleibt abzuwarten, ob andere europäische Hersteller zeitnah mit eigenen günstigen Modellen für das Reich der Mitte nachziehen.


Via: CNBC

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