Für vier Milliarden Dollar: Ehemalige Tesla-Manager bauen in Schweden eine eigene Gigafactory

Fast alle Experten sind sich einig, dass die Zahl der Elektroautos in den nächsten Jahren stark zunehmen wird. Dieser Einschätzung scheinen auch die deutschen Autokonzerne zu folgen. Denn diese haben für die nächste Zeit eine stattliche Zahl an neuen Modellen mit Elektroantrieb angekündigt. Die darin verbauten Batteriezellen werden allerdings fast ausschließlich aus Asien stammen. Hierzulande hat hingegen noch kein Autobauer und kein Zulieferer eine eigene Produktion aufgebaut. Dabei haben die asiatischen Konzerne grundsätzlich keinen Standortvorteil: Die Produktion verläuft hoch automatisiert. Man benötigt also keine günstigen Arbeitskräfte, sondern gut ausgebildete Ingenieure – und die verbauten Rohstoffe müssen auch in Asien importiert werden. Zwei ehemalige Tesla-Manager wollen daher nun in Schweden eine riesige Batteriefabrik aufbauen.

Via: Electrek

Die Produktion beginnt bereits in drei Jahren

Die Pläne sind durchaus ambitioniert: Insgesamt sind vier Blöcke geplant – mit jeweils einer Produktionskapazität von acht Gigawatt. Die ersten Akkus für Elektroautos sollen bereits im Jahr 2020 vom Band laufen. Die volle Produktionsleistung wird dann – den aktuellen Planungen zufolge – drei Jahre später erreicht. Von Schweden aus ist dann geplant, vor allem die europäische Autoindustrie mit Lithium-Ionen-Akkus für Elektrofahrzeuge zu beliefern. Der Preis soll unterhalb der Grenze von 100 Dollar je kWh liegen. Aktuell befindet sich das eigens gegründete Unternehmen Northvolt auf der Suche nach einem geeigneten Standort in Schweden. In der engeren Auswahl befinden sich noch Vasteras in der Nähe von Stockholm und Skelleftea im Norden des Landes.

Ein Großteil der Rohstoffe kann aus Finnland bezogen werden

Zwei Faktoren sind bei der Standortwahl von besonderer Bedeutung: Zum einen muss eine hundertprozentige Versorgung mit sauberem Strom aus Wind- und Wasserkraft sichergestellt werden. Zum anderen müssen die benötigten Rohstoffe schnell und einfach angeliefert werden können. Die Lage in Skandinavien hat in diesem Zusammenhang den Vorteil, dass sich im benachbarten Finnland sowohl Lithium-Minen als auch eine der weltweit größten Kobalt-Raffinerien befinden. Bleibt die Frage zu klären, wie die enormen Baukosten in Höhe von vier Milliarden Dollar finanziert werden sollen. Bisher gehören der Energieversorger Vattenfall, der Mischkonzern Stena und die schwedische Energieagentur zu den Förderern des Projekts. Aktuell sucht Northvolt zudem in einer Finanzierungsrunde nach weiteren Investoren – darunter möglicherweise auch europäische Autokonzerne.

Via: Bloomberg