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Fukushima: Aufräumarbeiten dauern noch mindestens 40 Jahre

Im März 2011 kam es in Japan zu einem verheerenden Erdbeben mit anschließendem Tsunami. Besonders dramatisch war anschließend die Situation im Atomkraftwerk in Fukushima, das von einer riesigen Flutwelle getroffen wurde. Dort kam es zur schlimmsten Atomkatastrophe seit Tschernobyl 1986. Zehntausende Menschen mussten ihre Heimat verlassen und die Techniker benötigten Monate um das Problem einigermaßen unter Kontrolle zu bringen. Nun kurz bevor sich die Katastrophe zum fünften mal jährt, hat die Betreiberfirma Tokyo Electric Power (TEPCO) über den Stand der Aufräumarbeiten informiert. Dabei wurden inzwischen zwar einige Fortschritte gemacht, die meiste Arbeit liegt aber noch vor dem Unternehmen: Optimistische Prognosen gehen dabei davon aus, dass die Maßnahmen in rund vierzig Jahren abgeschlossen sein könnten.

By Digital Globe [CC BY-SA 3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)], via Wikimedia Commons

Satelittenfoto des Kraftwerks vom 16. März 2011. By Digital Globe [CC BY-SA 3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)], via Wikimedia Commons

Das kontaminierte Kühlwasser bereitet noch immer Probleme

Eine exakte Prognose zu treffen ist dabei schwierig, weil es keine vergleichbaren Ereignisse in der Vergangenheit gab. So wurde das Kraftwerk in Tschernobyl unter großem Einsatz von Menschenleben schlicht mit einem Betonsarkopharg überzogen und das Gebiet rundherum zur Sperrzone erklärt. In Fukushima hingegen wird versucht das Kraftwerk kontrolliert abzubauen. Größtes Problem dabei sind noch immer die Brennstäbe. Diese müssen regelmäßig gekühlt werden, was große Mengen an radioaktivem Wasser produziert. Große Flächen sind daher mit riesigen Wassertanks vollgestellt, in denen das kontaminierte Wasser gelagert wird. Mit der Aufbereitung kommt das Unternehmen dabei nur schleppend voran.

In Deutschland dauert der Rückbau rund zwanzig Jahre

Teile des ehemaligen Kernkraftwerks sind zudem noch immer mit einer hohen Strahlenbelastung versehen. Auch die Journalisten vor Ort mussten daher entsprechende Schutzkleidung tragen. Selbst unter weniger widrigen Umständen – beispielsweise bei planmäßig abgeschalteten Kernkraftwerken in Deutschland – dauert es in der Regel an die zwanzig Jahre bis das Gelände für eine anderweitige Nutzung zur Verfügung steht. „Ich denke wir haben gerade einmal die erste Etappe eines Berges erklommen“, erklärt Akira Ono, aktueller Chef der Anlage. In der etwas blumigen Sprache der Japaner bedeutet diese Metapher, dass erst rund zehn Prozent des Ziels erreicht wurden.

Via: DigitalJournal

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