Lange Zeit gab es in der Landwirtschaft einen Kreislauf aus Tierhaltung und Düngung. Die Gülle aus der Tierhaltung konnte dabei direkt vor Ort als Dünger genutzt werden. Inzwischen hat allerdings auch hierzulande die Intensivtierhaltung Einzug erhalten. Diese produziert aber so viel Gülle, dass die Böden vor Ort diese gar nicht mehr aufnehmen können. Die Landwirte müssen daher inzwischen sogar Geld bezahlen, damit die Gülle entsorgt wird. Dabei kommt es allerdings immer wieder zu Problemen: Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes flossen alleine im vergangenen Jahr 9,6 Millionen Liter Gülle unkontrolliert in die Umwelt. Dies wird nun zum Problem: Mittlerweile sind mehr als dreißig Prozent der Trinkwasserreserven mit zu viel Nitrat belastet.


Foto: Moehre1992 [CC BY-SA 3.0 de (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/de/deed.en)], via Wikimedia Commons
Foto: Moehre1992 [CC BY-SA 3.0 de (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/de/deed.en)], via Wikimedia Commons

Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen sind am stärksten betroffen

Der Bund für Umwelt und Naturschutz hat sich die Daten dabei nun einmal im Detail angeschaut und einen Gülleatlas herausgebracht. Demnach kam es im letzten Jahr zu insgesamt 92 Komplikationen bei der Entsorgung von Gülle. Teilweise handelte es sich dabei um Unfälle: So verunfallte im niedersächsischen Großenkneten ein mit Gülle beladener Güterzug. Teilweise handelt es sich aber schlicht auch um illegale Entsorgungspraktiken. Oftmals agieren Betriebe dabei auch im Graubereich: So berichtet der BUND von einem Betrieb, indem insgesamt 300.000 Liter Gülle ausliefen – ohne dass dies von den Mitarbeitern bemerkt wurde. Die meiste Gülle gelangte in Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen unkontrolliert in die Umwelt.

Der BUND fordert Gegenmaßnahmen der Politik

Besonders kurios dabei: Teilweise wird sogar Gülle aus den Niederlanden importiert und dann gegen Bezahlung auf Feldern in Ostdeutschland verteilt. Der BUND fordert die Politik nun auf, Maßnahmen gegen Unfälle beim Gülle-Transport zu ergreifen. In den Niederlanden gibt es beispielsweise bereits eine Datenbank, in der sämtliche Gülletransporte verzeichnet sind. In Deutschland hingegen ist dieser Bereich noch weitgehend unreguliert. Neben der Belastung des Trinkwassers hat die kommerzielle Gülle-Entsorgung zudem noch einen weiteren Nachteil: Sie befeuert die Nachfrage nach unbelasteten Böden und sorgt so für einen Anstieg der Pachtpreise – was wiederum für viele Landwirte zum Problem werden kann.


Via: BUND

Teile den Artikel oder unterstütze uns mit einer Spende.
PayPal SpendeAmazon Spendenshopping

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.