In vielen Diskussionen über die Zukunft des Automobils könnte man den Eindruck gewinnen, es sei nur eine Frage der Zeit, bis sich das Elektroautos durchgesetzt haben wird. Ganz so ist es aber nicht. Zwar kann als gesichert gelten, dass der klassische Verbrennungsmotor mit seiner hohen Belastung für Klima, Umwelt und Luftqualität keine große Zukunft mehr hat. Doch welche Variante stattdessen zukünftig zum Einsatz kommen wird, bleibt noch abzuwarten.


Tesla hat sich klar den Autos mit Elektromotor und Batterie verschrieben und auch die meisten deutschen Autobauer investieren verstärkt in dieser Richtung. Toyota allerdings schwimmt gegen den Strom und sieht für die Zukunft vor allem Fahrzeuge mit Brennstoffzellenantrieb als beste Lösung an. Vor allem drei Gründe sprechen dafür:

Toyota Mirai
Der Toyota Mirai wird bereits von einer Brennstoffzelle angetrieben und soll in Zukunft noch deutlich häufiger gebaut werden.

1. Die Ladedauer:


Streng genommen handelt es sich bei Fahrzeugen mit Brennstofzelle auch um ein Elektroauto – oder zumindest um ein Auto mit Elektromotor. Die benötigte Energie wird aber nicht von außen zugeführt und in einem Akku gespeichert, sondern direkt im Fahrzeug produziert. Getankt werden muss dafür lediglich Wasserstoff. Der Vorteil: Der Tankvorgang dauert in etwa so lange wie bei einem Auto mit Verbrennungsmotor heute. Elektroautos mit Batterie hingegen müssen deutlich länger aufgeladen werden.

2. Die Leistungsfähigkeit:

Bereits heute können Autos mit Brennstoffzelle problemlos mehr als 500 Kilometer mit einer Tankladung zurücklegen. Toyota sieht daher vor allem bei großen Autos, Transportern, Bussen und Lastwagen – also überall wo sehr viel Energie für den Antrieb benötigt wird – einen großen Markt für die Technologie.

3. Die Transportfähigkeit:

Wasserstoff kann vergleichsweise einfach transportiert werden. So hat die japanische Regierung aktuell ein Projekt ins Leben gerufen, bei dem Wasserstoff in Australien produziert werden soll. Weil dort regelmäßig die Sonne scheint, kann dabei Solarenergie verwendet werden – was die Klimabilanz erheblich verbessert. Per Schiff wird der Wasserstoff dann nach Japan gebracht. In dem Land selbst experimentiert Toyota zudem mit der Nutzung von Windenergie.

Der große Nachteil: Die Kosten

Doch es gibt auch erhebliche Nachteile. Der vielleicht größte: Der Bau der benötigten Infrastruktur ist extrem teuer. Während eine Ladestation für Elektroautos rund 50.000 Euro kostet, müssen für eine Wasserstofftankstelle rund eine Millionen Euro investiert werden. Außerdem ist die Klimabilanz nur vorteilhaft, wenn die energieaufwändige Produktion ausschließlich mit Erneuerbaren Energien erfolgt. Es bleibt daher abzuwarten, ob Toyota mit der Wette auf die Brennstoffzelle tatsächlich Erfolg haben wird.

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3 Kommentare

  1. Christian

    21. November 2017 at 08:04

    „Doch es gibt auch erhebliche Nachteile. Der vielleicht größte:“

    Wasserstoff ist schwieriger zu transportieren und zu Lagern als Strom. Alternativ mal im Bekanntenkreis fragen, ob jemand lieber mit einer Propangasflasche (gefüllt mit Wasserstoff) oder einer zweiten Batterie im Kofferraum durch die Gegend fahren würde.

  2. Skodafahrer

    21. November 2017 at 09:38

    Wasserstoff hätte nur Vorteile bei reinen Langstreckenfahrzeugen, denn Elektroautos können am Standort laden (Garage oder Firmenparkplatz).
    Ein Wasserstoffauto muß immer an der Tankstelle Laden, dies würde nur Sinn machen bei weit über 50% Aufladung auf Autobahntankstellen im Jahresdurchschnitt.

    Es wird immer teurer sein als ein Batteriefahrzeug, vor allem ist der Wasserstoff teurer als elektrischer Strom und die Brennstoffzelle hat auch einen geringeren Wirkungsgrad als ein Akkumulator.
    Technisch ist es möglich die Reichweite eines Elektroautos deutlich zu steigern, wenn man eine zusätzliche Frontbatterie einbaut.
    Ein amerikanischer Elektrorecycling Unternehmer baute einen alten 5er BMW mit 2 sehr großen Batterien aus gebrauchten Zellen zu einem Elektroauto um.
    Bei langsamer Fahrweise wurden knapp 1600km erreicht, im Strassenverkehr um die 1200km.

  3. Hubert

    21. November 2017 at 10:26

    Ich verstehe nicht warum die Leute nicht mit denen reden:

    http://www.trendsderzukunft.de/neue-aluminiumregierung-koennte-der-wasserstoff-brennstoffzelle-zum-durchbruch-verhelfen/2017/08/07/

    Wenn die Unternehmen ihr Wissen und Kapazitäten bündeln kommen sie bestimmt auf eine funktionierende Lösung.

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