In kaum einem Sport spielen Daten und Statistiken eine so wichtige Rolle wie beim Baseball. Sogar Hollywood hat den Zahlenfreaks der Sportart mit dem Film Moneyball bereits ein filmisches Denkmal gesetzt. Der Aufbau einer entsprechenden Datenbank kann dabei entscheidend sein für den sportlichen Erfolg einer Franchise. Ein Scout der St. Louis Cardinals dachte da wohl, es könne nicht schaden, mal zu schauen, was die Konkurrenz so macht. Also hackte er sich in die Datenbank der Houston Astros und kopierte die dort vorhandenen Daten und Statistiken. Ein Richter fand dies allerdings nun nicht besonders lustig: Er verurteilte den Scout zu einer Haftstrafe von knapp vier Jahren.


By User Onetwo1 CC-BY-SA-3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/)], via Wikimedia Commons
By User Onetwo1 CC-BY-SA-3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/)], via Wikimedia Commons

Die Ermittler gehen von einem Schaden in Millionenhöhe aus

Große Hackerkünste musste der Mitarbeiter der Cardinals dabei nicht an den Tag legen. Er kannte schlicht das Passwort eines ehemaligen Kollegen, der inzwischen nach Houston gewechselt war. Durch schlichtes ausprobieren, fand er dann heraus, dass dieser seinen Zugangscode beim neuen Arbeitgeber nur leicht verändert hatte. Ein wenig in der fremden Datenbank herum zu spionieren, scheint dabei auf den ersten Blick ein eher harmloses Verbrechen zu sein. Ein Blick auf den dabei entstandenen Schaden könnte allerdings das hohe Strafmaß erklären: Die Ermittler gehen davon aus, dass den Houston Astros durch die gehackte Datenbank ein finanzieller Nachteil von rund 1,7 Millionen Dollar entstanden ist.

Auch die Franchise muss noch mit einer Strafe rechnen

Zudem ist Houston natürlich auch auf sportlicher Ebene ein Schaden entstanden. Die US-Liga MLB berät daher noch über mögliche Strafen für die Cardinals. Möglich ist dabei eine empfindliche Geldstrafe oder sogar der Verlust eines oder mehrerer Draftpicks. Eine Strafe für die Franchise scheint dabei auch deshalb angemessen, weil auch die anderen Mitarbeiter selbstverständlich die geklauten Daten und Statistiken genutzt haben – und jetzt nicht einfach wieder vergessen werden. Während Industrie-Spionage mittlerweile recht weit verbreitet ist, dürfte es sich um einen der ersten Fälle dieser Art in der Welt des Profisports handeln. Gut möglich also, dass auch Vereine und Franchises bald ihre IT-Abwehr massiv aufrüsten werden.


Via: Digitaljournal

Teile den Artikel oder unterstütze uns mit einer Spende.
PayPal SpendeAmazon Spendenshopping

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.