Lange bevor Babys sich halbwegs verständlich ausdrücken können, arbeiten deren Gehirne mit Hochdruck daran, die Laute ihrer Muttersprache zu analysieren und Verbindungen herzustellen, die die spätere Sprachbildung unterstützen. Untersuchungen deuten darauf hin, dass dieser Prozess durch ein wenig Training deutlich beschleunigt werden könnte.


Baby Gehirn
Baby Gehirntraining: Hirnstrom-Messungen

Mit „bleeps“ und „bloops“ zu späteren Höchstleistungen

Dazu wurden vier Monate alte Babys an der Rutgers Universität einem speziellen Test unterzogen. So wurden die Babys einmal pro Woche für insgesamt zehn Wochen in das Labor gebracht, um an einem Spiel teilzunehmen. Die Babys hörten sich nichtsprachliche Laute („bleeps“ und „bloops“) an, die mit der Zeit äußerst komplex wurden. Wenn sie ihre Blickrichtung änderten, um den Ton zu antizipieren wurden sie mit einem animierten Video belohnt.

Als die Babys mit sieben Monaten erneut untersucht wurden, zeigte sich, dass diese schneller auf sprachliche Laute reagierten, als Kinder, die dieses Training nicht hatten. April Benasich, Leiterin der Kinderstudien der Rutgers Universität, geht davon aus, dass Eltern in Zukunft Sprach-Trainings-Geräte haben werden, um das volle Potential der Kinder ausschöpfen zu können (diese befinden sich bereits in Entwicklung). Die Geräte könnten weiterhin Babys helfen, die an verzögerter Sprachentwicklung leiden und dem bereits in der frühen Kindheit vorbeugen.


Das erste wirksame Lernspielzeug?

Allerdings sind die meisten „Trainings“-Spielzeuge, die man heute für Kinder kaufen kann, nutzlos. Susan Neumann, Professorin für pädagogische Studien der Universität von Michigan, hält die Möglichkeit dieser Sprach-Trainings-Geräte für befremdlich. Laut Benasich zeigen allerdings bereits frühere Studien, dass kleinste Unterschiede in der Geschwindigkeit des akustischen Verarbeitens (Bruchteile von Millisekunden) in der frühen Kindheit, große Auswirkungen auf die Sprachfertigkeiten von Kleinkindern haben können.
In weiteren Studien wollen die Forscher überprüfen, ob der Effekt des Trainings auch nach 18 Monaten spürbar ist. Sollten die weiteren Forschungen erfolgreich sein, könnte später vielleicht wirklich jeder sein Kind zu späteren Höchstleistungen trainieren.

Quelle: Popsci

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1 Kommentar

  1. Paul

    24. Oktober 2014 at 12:39

    Manfred Spitzer hat sehr gut erklärt, warum die BildschirmMedien uns Menschen dümmer machen.
    Eltern sollten sich das zu herzen nehmen. Kinder brauchen vor allem in den frühen Jahren viel Auslauf und viele natürliche Impulse und nicht so ein drecks Spielzeug.

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