Reis ist eines der wichtigsten Nahrungsmittel der Welt. Für etwa die Hälfte der Weltbevölkerung ist es ein wichtiges Grundnahrungsmittel, mehr als 3 Milliarden Menschen essen täglich Reis. Besonders in Asien ist Reis aus der Ernährung absolut nicht wegzudenken. Leider bietet Reis neben den Kohlenhydraten nur wenig Nährstoffe. Forschern der University of Melbourne ist es nun gelungen, Reis genetisch mit Eisen und Zink anzureichern.


Foto:  Rice!, Simone Bosotti, Flickr, CC BY-SA 2.0
Foto: Rice!, Simone Bosotti, Flickr, CC BY-SA 2.0

Gefahr durch versteckten Hunger

Menschen, die ihre Ernährung hauptsächlich auf Reis stützen, wie es in Asien häufig vorkommt, bekommen durch ihre Ernährung zu wenig Mikronährstoffe wie Eisen, Pro-Vitamin A und Zink. Ernährungswissenschaftler bezeichnen diesen Umstand als „versteckten Hunger“. Laut der Weltgesundheitsorganisation WHO leiden weltweit etwa zwei Milliarden Menschen an Anämie. Häufig ist der Grund ein Eisenmangel, ausgelöst durch mangelhafte Ernährung. Anämie ist damit die weltweit häufigste durch Ernährung ausgelöste Erkrankung. Besonders für schwangere Frauen und ihre Kinder kann Anämie sehr gefährlich werden – sogar tödlich sein. Deshalb gelang der University of Melbourne mit der Anreicherung von Reis mit Eisen ein wichtiger Schritt im Kampf gegen die weltweite Mangelernährung.

Biofortifikation: Genetische Aufwertung von Reis als Grundnahrungsmittel

In einer Studie, die in der Zeitschrift Scientific Reports veröffentlicht wurde, beschreiben der Genetiker Dr. Alex Johnson und seine Kollegen eine Methode, mit denen es ihnen gelang, durch genetische Modifikation Reis mit Eisen und Zink anzureichern. Der modifizierte Reis produziert auch deutlich bessere Ernteerträge.


Reis enthält üblicherweise 2-5 Teile per Million an Eisen. Ziel des Teams war es, diesen Wert auf mindestens 13 Teile pro Million zu erhöhen, um so dem Eisenmangel bei auf Reis basierter Ernährung entgegenzuwirken. Der Zinkgehalt sollte von 16 Teilen pro Million auf 28 angehoben werden. Den Forschern gelang es, ihre Ziele zu übertreffen. Ihr genetisch modifizierter Reis weist 15 Teile pro Million an Eisen und 45 Teile pro Million Zink auf. Den Prozess dahinter bezeichnet man als Biofortifikation – die Anreicherung von Nahrungsmitteln mit Nährstoffen durch Pflanzenzucht.

The results shows that this technology actually works in the field, not just in the glasshouse. We exceeded our biofortification targets and the rice was just as high yielding as existing rice varieties„, so Dr. Johnson.

Mit Gentechnik gegen Mangelernährung

Genmodifizierte Nahrungsmittel sind auch weiterhin ein schwieriges Thema. Allerdings gelang es Dr. Johnson, im Labor nachzuweisen, dass menschliche Zellen die zusätzlichen Nährstoffe aus dem Reis auch tatsächlich aufnehmen. „There are no deal breakers in these results. We have proven our concept in a major variety of rice, and we are now ready to move this into a developing country„, so Johnson weiter.

In diesem Fall reden wir auch nicht davon, Nahrungsmittel genetisch zu modifizieren um bessere Ernten in Industrieländern zu erzielen, sondern von einer Methode, mit der die Ernährungssituation weltweit verbessert werden soll. Die Bedenken gegen Gentechnik sollten ernst genommen werden, aber Beispiele wie der der Reis der University of Melbourne zeigen, dass es durchaus sinnvolle und gute Anwendungsbereiche für derartige Methoden gibt.

via Futurism.com

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