Um das Jahr 1900 waren in den USA 34.000 Elektroautos registriert, ihr Anteil am gesamten PKW-Aufkommen machte 38 % aus. Nur 22 % aller Autos liefen damals mit Benzin, die restlichen Wagen waren dampfbetrieben. Kurz darauf folgte der Niedergang der Stromer – und jetzt erleben wir eine Renaissance unter ganz anderen Vorzeichen.


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Einmal auftanken, bitte!

Elektromobilität entwächst ganz allmählich den Kinderschuhen

Kaum eine technische Revolution hat so lange gedauert, wie der Durchbruch des Elektroautos! Gerade im digitalen Zeitalter haben wir uns daran gewöhnt, dass angekündigte spannende Produkte innerhalb kürzester Zeit den Markt erobern, doch die moderne Elektromobilität scheint nur ganz allmählich den Kinderschuhen zu entwachsen. Dabei waren wir vor mehr als 100 Jahren doch schon auf einem guten Weg, wenn nur die Verbrennungsmotoren nicht viel wirtschaftlicher und komfortabler gewesen wären! Die Zeit war damals einfach noch nicht reif, das lag an mehreren einzelnen Faktoren, die uns heute immer noch ein wenig Kopfzerbrechen bereiten:

1. Die Alleskönner-Batterie steckt noch in der Entwicklung, die österreichischen Kreisel-Brüder scheinen den großen Konzernen allerdings ordentlich einzuheizen. Immerhin soll der Kreisel-Akku 20 % mehr Energie als die aktuellen Tesla-Modelle speichern können! Die Stromzelle der Zukunft sollte preisgünstig herstellbar und möglichst recyclebar sein, außerdem hocheffizient und lange haltbar. Daran arbeiten nicht nur die findigen Österreicher mit Hochdruck!


2. In Sachen Ökobilanz kann das Elektroauto den Benziner oder Diesel nur dann schlagen, wenn es mit Ökostrom versorgt wird. Kraftwerkenergie macht den Stromer im Grunde zu derselben Dreckschleuder, nur dass die Schadstoffe nicht aus dem Auspuff strömen. Doch auch diese Feinjustierung verschiebt sich Tag für Tag ein wenig mehr zugunsten des Elektroautos.

3. Ein Schnellladenetzwerk, das seinen Namen auch verdient, würde sicher so manchen zweifelnden Autokäufer endlich überzeugen, zum Elektroauto zu greifen. In der Stadt versteckte Ladestationen, die von Benzinautos zugeparkt sind und noch dazu hochpreisigen Strom bieten, sind nicht von Nutzen. Das Supercharger Netzwerk von Tesla, das gerade im Eiltempo ausgebaut wird, bringt uns eher auf einen guten Weg.

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Kleine Stadtflitzer mit Elektromotor

Blicken wir fünf Jahre zurück, schienen diese drei Punkte kaum in Reichweite – derselbe Blick fünf Jahre in die Zukunft sieht bereits völlig anders aus! Wird es dann wieder, wie bereits im Jahr 1900, 38 % Elektroautos in den USA oder auch auf deutschen Straßen geben? Vielleicht ist diese Zahl etwas zu hoch gegriffen, aber die großen Autohersteller wie VW, BMV und Daimler arbeiten deutlich sichtbar am Umschwung. Denn was vor kurzem noch gar nicht wirtschaftlich war, avanciert aktuell zur brandheißen Zukunftstechnologie: Der Elektro-Marathon biegt vor unseren Augen auf die Zielgerade ein!

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1 Kommentar

  1. Achmed Khammas

    14. Dezember 2016 at 22:20

    Etwas mehr Hintergrund zur Geschichte der Elektromobilität gefällig? Dann hier nachschauen: http://www.buch-der-synergie.de/c_neu_html/c_11_01_mobile_anwendungen_geschichte_1.htm

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