Um der Zunahme von Diabetes-Erkrankungen und Herzkreislauf-Beschwerden entgegenzuwirken, fordern Deutsche Ärzte eine Steuer für ungesunde Lebensmittel. Den Experten zufolge sei fettes Essen viel zu günstig. Ein neuer Vier-Punkte-Plan soll als Rettungsanker dienen.


Fettes Essen
Fettsteuer via Termos aus fi CC BY-SA 3.0 (VIA WIKIMEDIA COMMONS)

Fettes Essen ist viel zu billig

In der Tat merkt man spätestens an der Supermarkt-Kasse wie preisintensiv gesunde Lebensmittel im Verhältnis zu Fast-Food-Produkten sind. Die Versuchung ist dabei groß auf günstige Lebensmittel zurück zu greifen, die auch noch, dank des hohen Fettanteils, lecker schmecken. Die Konsumenten laufen jedoch bei dem dauerhaften Verzehr ungesunder und fetthaltiger Lebensmittel Gefahr deutlich an Körpergewicht zuzunehmen. Übergewicht ist aktuellen Studien zufolge auch einer der Hauptgründe für die zunehmenden Diabetes Typ 2 Erkrankungen in Deutschland. Desweiteren werden auch Schlaganfälle und Herzinfarkte begünstigt. In Deutschland zeigt bereits jeder zweite Erwachsene erste Anzeichen von Übergewicht. Die Tendenz ist sogar steigend. Ärzte, Ernährungswissenschaftler und auch die Regierung grübeln gemeinsam an Lösungen für die bedrohlichen Zahlen.

Die Deutsche Allianz gegen Nichtübertragbare Krankheiten möchte die Zunahme der chronischen Erkrankungen stoppen. Dem Zusammenschluss zufolge existieren bereits hunderte Präventivprogramme in Deutschland. Keines der Programme war jedoch bisher in der Lage den „Tsunamie chronischer Erkrankungen“ aufzuhalten. Laut Dr. Dietrich Garlichs, Sprecher der NCD Allianz, erzielten auch die Appelle an die einzelnen Betroffenen keine Erfolge. „Wir müssen wegkommen von der bisherigen Projektitis‘ hin zu Strukturlösungen, die einen gesunden Lebensstil fördern“, so der Experte gegenüber der dpa.


Ein Vier-Punkte-Plan soll helfen

Von der Allianz werden seitens der Politik strukturelle Änderungen gefordert. Ein Vier-Prunkte-Programm wird im Rahmen der Forderungen vorgestellt. Diese sollte zeitnah umgesetzt werden. Das Programm beinhaltet täglich mindestens eine Stunde Sport und Schulen und auch Kitas. Zudem soll eine Steuer auf besonders fett- und zuckerhaltige Lebensmittel eingeführt werden. Im Gegenzug soll es jedoch auch zu Vergünstigungen gesunder Lebensmittel kommen. Gefordert werden darüber hinaus verbindliche Qualitätsstandards für die Kita- und Schulverpflegung. An vierter Stelle soll dann auch noch ein Verbot von Lebensmittelwerbung ausgesprochen werden, die ich an Kinder richtet.

Laut der NCD Allianz sind bereits sechs Prozent der Kinder und Jugendlichen bereits adipös. Diese Gruppierung ist besonders gefährdet an Diabetes zu erkranken oder frühzeitig einen Herzinfarkt oder Schlaganfall zu erleiden. Atemwegsleiden und Bluthochdruck gehen ebenfalls mit starkem Übergewicht einher. Die Zahlen sind alarmierend. Es wird Zeit, dass wirksame Mitte gegen ungesunde Ernährungsweisen greifen. Chronische Krankheiten, die Übergewicht und den damit einhergehenden Folgen verursachen der Deutschen Allianz gegen Nichtübertragbare Krankheiten nach 86 Prozent der vorzeitigen Todesfälle.

Horrorszenario aus Japan

In Japan wurde bereits 2009 eine Steuer für übergewichtige Menschen eingeführt. Die sogenannte „Fat Tax“ sollte übergewichtige Japaner zum Abnehmen bewegen. Schließlich zahlen diese seit der Einführung mehr Steuern als normal Gewichtige. In Japan wurde das Problem bereits frühzeitig erkannt, die Mittel zur Bekämpfung sind jedoch mehr als fraglich. Eine zusätzliche Besteuerung übergewichtiger Menschen ist nicht mit dem Grundgesetz vereinbar und somit nicht tragbar. In Deutschland dürfte der Vier-Punkte-Plan jedoch bereits Früchte tragen, sofern dieser konsequent auch umgesetzt wird.

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