Der Bezirk Anantapur im indischen Bundesstaat Andhra Pradesh hat immer wieder mit massiven Stromausfällen zu kämpfen. Dies ist nicht nur für die Bewohner ärgerlich, sondern behindert auch die wirtschaftliche Entwicklung. Denn die dort ansässigen Unternehmen müssen teure Dieselgeneratoren betreiben, um die Ausfallzeiten des öffentlichen Netzes zu überbrücken. In der Vergangenheit wäre in der Region vermutlich ein Kohlekraftwerk geplant worden, um die Stromproduktion zu erhöhen. Doch inzwischen hat auch in Indien die Energiewende Fahrt aufgenommen: Die Regierung unter Narendra Modi gehört zu den Unterstützern des Weltklimavertrags von Paris und will die Energieprobleme des Landes vor allem durch Erneuerbare Energien lösen. In Anantapur entsteht daher nun das größte hybride Solar-Wind-Kraftwerk der Welt mit einer Gesamtkapazität von 160 Megawatt.


Ein weiteres Beispiel für die Energiewende in Indien: Solarmodule am Flughafen in Cochin. Copyright: Cochin International Airport Limited

Die wichtigsten Fakten zu dem Großprojekt:

1. Die installierten Solarmodule besitzen eine Kapazität von 120 MW, während die Windräder immerhin für weitere 40 MW sorgen.

2. Zusätzlich wird eine Batterie mit einer Speicherfähigkeit von 40 MW installiert. Diese soll eine konstante Einspeisung in das öffentliche Netz garantieren.


3. Für das Projekt wird insgesamt eine Fläche von knapp vier Quadratkilometern bebaut.

4. Ein nicht unerheblicher Teil der Finanzierung wird durch die Weltbank übernommen. Diese hat vor kurzem angekündigt, Investments in fossile Energieträger zu beenden und investiert in das Hybridkraftwerk in Anantapur 155 Millionen Dollar.

5. Insgesamt möchte Andhra Pradesh bis zum Jahr 2022 kombinierte Solar-Windkraftwerke mit einer Leistung von 3 GW errichten.

Die Vorteile von Solar-Wind-Kraftwerken

Die große Schwäche der Erneuerbaren Energien besteht darin, dass sie oftmals nicht konstant zur Verfügung stehen. Selbst im heißen Süden Indiens scheint nicht immer die Sonne und auch der Wind weht nicht nach den Plänen der Windradbetreiber. Zumindest ergänzen sich Solarmodule und Windkraftanlagen aber recht gut. Oder anders ausgedrückt: In der Regel steigt die Produktion der Windräder, wenn die der Solaranlagen abnimmt – und umgekehrt. Mithilfe von intelligenten Netzen könnte dieser Effekt natürlich auch genutzt werden, wenn die jeweiligen Anlagen räumlich getrennt sind. Deutlich einfacher ist es aber bei kombinierten Kraftwerken an einem Ort. Durch die installierte Batterie kann der Effekt zudem noch einmal verstärkt werden. Das Projekt in Anantapur hat daher auch Vorbildcharakter: Erweist es sich als erfolgreich, sollen ähnliche Anlagen in anderen Bezirken Andhra Pradeshs entstehen.

Via: Inhabitat

Teile den Artikel oder unterstütze uns mit einer Spende.
PayPal SpendeAmazon Spendenshopping
Tags

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.