Zahlreiche öffentliche Institutionen haben in den letzten Jahren angekündigt, nicht mehr in fossile Energieträger investieren zu wollen – darunter unter anderem der norwegische Staatsfonds, die Church of England und die dänische Hauptstadt Kopenhagen. Nun zeigt sich: Dies könnte nicht nur aus Gründen der Nachhaltigkeit, sondern auch unter rein wirtschaftlichen Aspekten eine gute Entscheidung gewesen sein. Denn mit Peabody Energy musste nun der größte private Kohleförderer der Welt Insolvenz anmelden. Die Gründe dafür sind vielfältig. Einige liegen in Fehlentscheidungen der Unternehmensleitung begründet, andere hängen aber auch mit einem globalen Trend zusammen: Die Erneuerbaren Energien haben sich einen großen Anteil am Energiemix gesichert und so die Nachfrage nach Kohle sinken lassen.


Coal_mine_Wyoming

Das Geld der Investoren sitzt nicht mehr so locker wie früher

Nicht zuletzt deshalb hat Peabody Energy inzwischen einen Schuldenberg von mehr als sechs Milliarden Dollar angehäuft, der nun mit Hilfe des Insolvenzverfahrens reduziert werden soll. Das Unternehmen ist damit in seiner Branche keineswegs allein: Alleine innerhalb des letzten Jahres mussten vier weitere große Unternehmen aus dem Bereich der Kohleförderung Insolvenz anmelden. Auch die gescheiterten Versuche von Peabody Energy liquide Mittel zu generieren, deuten auf ein generelles Problem in der Kohlebranche hin. Bisher jedenfalls fand sich kein Käufer für die zum Verkauf gestellten Minen in Colorado und New Mexico. Die Investoren scheinen ihr Geld aktuell eher in andere Formen der Energiegewinnung zu stecken.


Steuerzahler könnten einen Teil der Verpflichtungen übernehmen müssen

Auch für den amerikanischen Steuerzahler könnte die Insolvenz allerdings Folgen haben. Denn das Unternehmen hat noch Verpflichtungen im Zusammenhang mit den Aufbereitungskosten bereits geschlossener Minen. Es bleibt abzuwarten, ob der Konzern dafür wird aufkommen können – oder ob letztlich der Staat einspringen muss. Die Vereinigten Staaten sind dabei keineswegs das einzige Land, in dem sich das Kohlezeitalter dem Ende nähert. So musste bereits Ende des vergangenen Jahres die letzte britische Kohlemine geschlossen werden. Und auch in Deutschland wird immer wieder über die Zukunft des Kohleabbaus diskutiert.

Via: Grist

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