Am 5. Januar 2010, gegen 19 Uhr deutscher Zeit war es endlich so weit. Das lang ersehnte Google-Handy „Nexus one“ wurde in New York vorgestellt. Doch im Gegensatz zur iPhone-Enthüllung, kann die Enthüllung des Nexus one nur als Bestätigung und nicht als völlige Überraschung gewertet werden. Schon Wochen vorher gab es Gerüchte, dass Google mit eigener Hardware ins Handy-Geschäft einsteigen will, die durch verschiedene Aussagen des Google-Chefs Eric Schmidt, er sehe im Mobiltelefonmarkt die größten Wachstumschancen schon fast bestätigt waren.


Google Nexus One
Creative Commons License photo credit: louisvolant

Nun ist es da, das Google-Handy, das als iPhone-Killer und Revolution des Handymarktes gehandelt wurde. Doch was bleibt von den großen Erwartungen? Engadget.com durfte zuerst testen und titelt „Gut, aber kein iPhone-Killer“.
Das Nexus one ist 11,5 Millimeter breit und wiegt um die 130 Gramm. Die 1 GHz Leistung des mit dem neuen Adroid 2.1 laufenden Geräts zeigen sich auf einem 3,7 Zoll großen Touch-Display.
Das neue Betriebssystem und der (für Handys) relativ leistungsstarke Prozessor (Snapdragon, Qualcomm) sorgen dafür, dass auf dem Display bei Berührung die Anwendung, wie etwa das Bild der intigrierten Kamera (5 Megapixel, Autofucus, LED-Blitz) schnell erscheint. Technisch wirklich neu ist vorallem die ausgefeilte Spracherkennung. So soll man E-Mails mit dem Nexus one künftig diktieren statt schreiben können – laut Google mit überzeugenden Ergebnissen. Bisher war Spracherkennung nur als Wiedererkennung aufgesprochener Sätze oder Wörter, z.B. um Anwendungen zu öffnen auf Handys verbreitet.
Weit zurück hinter dem iPhone steht das Nexus one in Design und Bedienbarkeit. So unterstützt es, obwohl das Display dazu fähig wäre kein Multitouch, also keine Steuerung mit zwei Fingern gleichzeitig. Auch an das Design des iPhone kommt das Google-Handy nicht ran, so wirken die vier Tasten unterhalb des Displays, die sich (laut Chip-Test) schwer bedienen lassen eher billig und zerstören den Style der Vorderseite.


Wirklich revolutionär beim neuen Google-Phone ist nicht die Technik, die nebenbei nichtmal von Google selbst sondern von HTC gebaut wird, sondern die Art des Vertriebs. So wird das Nexus one nicht etwa wie das iPhone gleich zu Anfang nur mit Mobilfunk-Vertrag verkauft, sondern kann direkt bei Google ohne Vertrag für 529 US-Dollar bestellt werden. Erst dann sucht sich der Kunde den passenden Mobilfunkvertrag. Diese Vorgehensweise könnte eine Preisschlacht zwischen den Mobilfunkanbietern auslösen – wenn das Nexus one hypet, so wie viele Google-Anwendungen vorher.

Bisher ist das Nexus one nur in den USA, Singapur und Hongkong zu erwerben. Für alle anderen Länder steht auf der Phone-Seite von Google bisher „Sorry, the Nexus One phone is not available in your country“. Im Frühjar diesen Jahres soll das Google-Handy aber auch in Deutschland zu haben sein, dann kann jeder selbst testen.

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