Im alltäglichen Einsatz hat die Datenbrille Google Glass eher enttäuscht. Sie konnte sich nicht nur bei den Trägern nicht durchsetzen, sondern auch im sozialen Gefüge konnte sich die Datenbrille nicht vernünftig einfügen. Ihren Träger wurde stets mit Misstrauen begegnet, viele Restaurants oder andere Einrichtungen verboten Google Glass gar. Google zog die Konsequenz daraus und stellte den Verkauf von Google Glass Anfang des Jahres offiziell ein. Aber nun gibt es eine neue Chance für die Datenbrille, sich zu bewähren. Der Automobilkonzern Volkswagen möchte Google Glass zur logistischen Unterstützung in Lagern verwenden.


Google Glass als Logistikhelfer bei VW
Google Glass soll in VW-Lagern zum Einsatz kommen.

Google Glass im Teilelager von VW

Im Teillager des Automobilherstellers soll Google Glass eine Renaissance erleben. Die neue Aufgabe der Datenbrille ist es, den Logistikmitarbeitern zu helfen, bestimmte Teile zu finden, während sie beide Hände frei haben.

VW erprobe derzeit den Einsatz von zwei Datenbrillen-Modellen im Bereich Lagerlogistik, so erklärte ein Sprecher des Konzerns. Es handele sich um die Datenbrille von Google sowie die M100 von Vuzix. Die Medienlogik beider Modelle sei recht ähnlich und man teste beide Brillen derzeit in einem Feldversuch. Die Entscheidung für den regulären Einsatz in VW-Lagern solle bei einem positiven Testverlauf bereits im Frühjahr dieses Jahres erfolgen.


VW lässt in dem Versuch je zehn Exemplare der beiden Datenbrillen gegeneinander antreten. Die Kameras der Brillen wird eingesetzt, um die QR-Codes auf den Teilebehältern zu erkennen. Die Brille gleicht die Teile dann mit der Packliste des Mitarbeiters ab. Bei einer Übereinstimmung signalisiert ein Piepton und ein grünes Licht, dass das betreffende Teil mitgenommen werden sollte. Bisher wurde für diese Aufgabe ein Scanner eingesetzt. Dieser musste jedoch mit einer Hand gehalten werden, wohingegen die Mitarbeiter beim Einsatz einer Datenbrille beide Hände frei haben, um zu packen. Das Resultat sind eine höhere Arbeitssicherheit, gesundere Bewegungsabläufe sowie Verbesserung der Effizienz.

Laut Volkswagen habe sich bereits gezeigt, dass die Technik funktioniert. Nun müsse jedoch die Praktikabilität getestet werden. Denn die Brillen haben Konkurrenz: Seit etwa einem Jahr nutzt Volkswagen in Teilen des firmeneigenen Lagers ein System ein, dass die Mitarbeiter mittels Lichtsignalen zu den richtigen Teilebehältern lotst.

Datenbrillen sind günstiger als Teilescanner

Nachdem sich Volkswagen für den Einsatz der Brillen sowie einen Hersteller entschieden hat, wird entschieden werden, wie viele Datenbrillen bestellt werden. Die Technologie bietet dem Konzern auch die Möglichkeit, bares Geld zu sparen. Ein Konzernsprecher ließ verlauten, dass der Einsatz von Consumer-Geräten mit einem deutlichen Kostenvorteil einher käme. Ein einzelner Teilescanner kostet gerne mal einen vierstelligen Eurobetrag, da er speziell für sein Einsatzgebiet entwickelt wurde. Es ist davon auszugehen, dass VW Google Glass günstiger bekäme als die 1500 Dollar, die der Endverbraucher für eine der Datenbrillen hinlegen musste, als diese noch erhältlich waren.

Der Einsatz der Datenbrille könnte Teil des Planes von VW sein, die Produktionsabläufe in den eigenen Werken zunehmend zu automatisieren. Hierfür soll Robotertechnik zum Einsatz kommen.

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