Contentpiraterie ist in den letzten Jahren zu einem weltweiten Problem geworden. Neben der Spiele- und Musikindustrie ist auch die Filmindustrie betroffen. Nicht nur, dass sich aktuelle DVD-/Blu-Ray-Releases in den einschlägigen Foren und Tauschbörsen wiederfinden, es werden sogar aktuelle Kinofilme live abgefilmt und dann ins Netz gestellt. Im Kontext dieser Tatsachen haben die Kinos in den USA nun einen Schritt vollzogen, der vorhersehbar war: Die Datenbrille “Google Glass” ist in den Filmsälen auf der anderen Seite des großen Teichs nun verboten.


Google Glass
In Zukunft in amerikanischen Kinos verboten: Googles Datenbrille Google Glass

Google Glass: Bye Bye Privatsphäre

Bei Google Glass handelt es sich um eine Datenbrille mit optischem Display und einer integrierten Kamera. Die Brille bietet dem Träger Informationen an, die in einer ähnlichen Form wie bei einem Smartphone aufbereitet sind. Sie lässt sich über Sprachkommandos steuern und verfügt über mobilen Zugang zum Internet. Der Verkauf an ausgesuchte Beta-Tester begann in den USA am 15. April 2014 für 1500 US-Dollar pro Stück. Am 15. Mai 2014 begann dann der freie Verkauf zum selben Preis. Bei Google Glass handelt es sich um ein Produkt aus Googles experimenteller Entwicklungsabteilung Google X-Labs.

Bereits vor dem Erscheinen wurden Bedenken durch Datenschützer laut, da es mit Google Glass möglich ist, ohne viel Aufwand und unbemerkt die Umgebung zu filmen. Aus diesem Grund ist Google Glass bereits vor seinem Erscheinen in verschiedenen Etablissements wie zum Beispiel Bars, Casinos und Restaurants verboten worden. Auch in vielen öffentlichen Gebäuden in den USA ist das Tragen von Google Glass verboten.


Die Filmindustrie zieht nach

Auch die amerikanische Filmindustrie hat nun ebenfalls auf den neuen Trend reagiert. Sowohl die Motion Picture Association of America als auch die National Association of Theatre Owners haben in den USA ihre Regelungen gegen Piraterie aktualisiert. Diese beinhalten nun eine Regelung gegen “wearable devices” wie zum Beispiel Google Glass. Nach den neuem Reglement reicht es nicht aus, die Datenbrille auszuschalten, sondern sie muss im Kino komplett abgenommen werden. Dies führt dazu, dass Träger von Google Glass mit korrigierten Gläsern eine zweite Brille mitnehmen müssen, wenn sie ins Kino gehen.

Auch im Vereinigten Königreich wurde das Tragen von Google Glass in Kinos wenige Tage, nachdem Google im vergangenen Juli angekündigt hatte, die Datenbrille auch in England auf den Markt zu bringen, verboten. Da es noch keinen Verkaufstermin für Google Glass in Deutschland gibt, findet sich eine derartige Regelung hierzulande noch nicht.

Der Schritt kommt wenig überraschend. Während das Abfilmen von Kinofilmen mit einer herkömmlichen Kamera noch relativ effektiv unterbunden werden kann, wäre dies bei Wearables wie Google Glass nahezu komplett unmöglich.

Den Wortlaut der Regelung der MPAA und NATO könnt ihr hier nachlesen.

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